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GRIECHISCH-ORTHODOXE METROPOLIE PRESSEMITTEILUNG |
Einzelbeitrag zum Motto des Christentages:
„Um Himmels Willen – lasst euch
versöhnen mit Gott,
mit den Menschen, mit allem,
was lebt!“
Es ist nicht schwer festzustellen, dass mit
der zu allen Zeiten vor sich gehenden Veränderung der Sprache uns
in dem letzten Jahren eine ganze Reihe von Wörtern nahezu verlorengingen.
Auch im Kirchlichen Sprachgebrauch können wir diese Tatsache
feststellen. Als Christen gebrauchen wir nicht gern Begriffe wie Verzicht,
Opfer, Ehrfurcht oder gar Gottesfurcht und manche mehr. Andere Wörter
wiederum blieben uns zwar erhalten, wir gebrauchen sie aber fast nur noch
im säkularen Sinn. Frieden, Gerechtigkeit, Liebe z. B. verstehen wir
in erster Linie innerweltlich.
So wurde auch das Wort Versöhnung – zumindest in Deutschland – zu einem häufig benutzten Wort. Allerdings wird auch dieser Begriff zumeist ganz innerweltlich verstanden.
Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass man mit den Versöhnungsmotto des Christentages in Neuss nicht an der Oberfläche bleibt, sondern auf das Apostelwort von der Versöhnung mit Gott zurückgeht. Versöhnung zwischen den Menschen, Versöhnung unter den Völkern, Versöhnung mit allem, was lebt – vor all diesen steht heute auf dem Christentag die Versöhnung mit Gott.
Und das ist gut so, - nur bleibt die Frage, ob uns wirklich ganz klar ist, was das für uns und für die Welt bedeutet.
Ich möchte dabei auf zwei Dinge hinweisen:
Das eine ist die Tatsache, dass die Versöhnung mit Gott nicht von uns ausgeht und nicht von uns vollbracht werden kann. Der Apostel macht sehr deutlich, der Mensch kann sich nur versöhnen lassen von Gott; er selbst kann Gott von sich aus nicht versöhnen. Das ist sicherlich ein hartes Wort für uns moderne Menschen, die alles für machbar halten.
Das zweite ist die Frage nach dem Inhalt der Versöhnung. Auch hier macht der Apostel nachdrücklich klar: Versöhnung, die von Gott bewirkt wird, geht weit über das hinaus, was wir Menschen gemeinhin darunter verstehen, - nämlich einen respektvollen und freundlichen Umgang miteinander, nachdem der Streit beendet ist und man sich wieder vertragen hat. Die Versöhnung, die von Gott ausgeht ist radikal und total. Gott bricht mit Christus als ein neues Sein in die alte Welt, Sterben und Auferstehen Christi besiegen Sünde und Tod und bringen den Menschen zu Gott zurück. Das Alte ist vergangen, es wird alles neu. Durch den Christussieg gibt es eine Neuschöpfung, durch den Christussieg versöhnt Gott die Welt mit sich selbst.
In diesem Sinne gilt der Ruf: Lasst euch versöhnen mit Gott! Und nur von dieser Voraussetzung aus ist dann eine wirkliche Versöhnung der Menschen untereinander, eine Versöhnung mit allem, was lebt und existiert, möglich.
Wenn wir als Christen in dieser Welt und für
diese Welt von Versöhnung sprechen, sollen wir bedenken, dass wir
nur ausgehen können von dem Wort der Versöhnung, das Gott unter
uns aufgerichtet hat.