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GRIECHISCH-ORTHODOXE METROPOLIE PRESSEMITTEILUNG |
Mit dem Tod von Papst Johannes
Paul II. endet eines der längsten und bedeutendsten Pontifikate des Römischen
Stuhles.
Das bedeutet aber nicht, dass unter diesem Papst in der römisch-katholischen Kirche Veränderungen stattgefunden hätten, die von moderner Ideologie geprägt wurden.
Mehr als die Hälfte seines Lebens hat dieser polnische Papst im 20. Jahrhundert unter der Zwangsherrschaft moderner Diktaturen gelebt und deren Unterdrückungen, Verfolgungen und Verführungen am eigenen Leibe und an den Menschen kennen gelernt, die ihm als Priester und Bischof anvertraut waren.
Diese Erfahrungen haben das Wirken des Papstes sicherlich beeinflusst: Bemerkenswert sind: Sein unerschütterlicher Friedenswille, der den wahren Frieden in Christo meint und nicht den, der aus einer weltlichen Herrschaft entspringt. Damit hat er entscheidenden Anteil an der friedlichen Überwindung der Teilung Europas gehabt. Er zielte außerdem auf den Verständigungswillen unter den Religionen der Welt. Und er drängte in der christlichen Ökumene die Kirchen immer wieder auf den Weg zur Einheit, - zu einer Einheit, die die ganze Fülle der göttlichen Heilsgaben ohne Abstriche enthält. Er hielt fest an den unverkürzten Aussagen der Heiligen Schrift und an der Tradition der Kirche.
Papst Johannes Paul II. hat immer die Nähe der Menschen gesucht, - aller Menschen, - der Alten und Jungen, der Menschen aller Völker und Rassen. Hunderttausende haben ihn in aller Welt persönlich erleben können. Ihnen wollte er Zeuge Jesu Christi sein und ist es auch gewesen: ein Zeuge in Liebe und Wahrheit.
Die orthodoxe Kirche fühlt sich allen verbunden, die um den nun Verewigten trauern. Papst Johannes Paul II. hat sich wie auch seine Vorgänger um eine Intensivierung der Gemeinschaft mit der orthodoxen Kirche bemüht. Unvergesslich ist uns der Besuch des Papstes bei der Kirche in Griechenland, der trotz Schwierigkeiten zu einer versöhnenden und versöhnlichen Annäherung führte. Das Ökumenische Patriarchat pflegt bereits seit Jahrzehnten die besten Beziehungen zum Römischen Stuhl, was auch 1964/65 den gemeinsamen Beschluss zur Folge hatte, die Ereignisse in Konstantinopel im Jahr 1054 dem Vergessen anheimzugeben. 1979 verkündeten Papst Johannes Paul II. und Patriarch Dimitrios im Phanar den Beginn eines Dialogs zwischen der katholischen Kirche und der Weltorthodoxie. Besonders bewegend war die letzte Begegnung von Patriarch Bartholomaios und dem römischen Papst am Fest Peter und Paul im Sommer vorigen Jahres in Rom. Es ging dabei auch um die Rückgabe der Reliquien der Heiligen Johannes Chrysostomos und Gregor des Theologen (von Nazianz), die beide Patriarchen von Konstantinopel gewesen sind. Im November 2004 wurden sie nach Istanbul überführt und seitdem in der Kathedrale des Patriarchen aufbewahrt.
Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland gedenkt in Wehmut und fortdauernder Zuneigung dieses Oberhirten, der uns immer ein Vorbild des Glaubens und der Liebe bleibt.
Metropolit Augoustinos von
Deutschland
und Exarch von Zentraleuropa