[Zurück zur vorigen Seite]


ANSPRACHE

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

beim Dankgottesdienst anlässlich der Einweihung
der Kirche "Hl.
Johannes der Täufer"
in Brühl

(6. Mai 2005)

* * *

Verehrte Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Frau Generalkonsulin,
meine Damen und Herren,
liebe Kinder.

Christos anesti! Christus ist auferstanden!
 

Mit diesem österlichen Gruß der Orthodoxen Kirche begrüße ich Sie alle, die Sie zu dieser Doxologie heute Abend gekommen sind. "Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat" singen wir mit den Worten des Psalmisten zu Ostern und dieses Wort gilt in besonderer Weise heute für Brühl und unsere Gemeinde in dieser schönen Stadt.
 

In der Tat ist die Einweihung unserer Kirche für uns alle ein Gottesgeschenk, so wie ihre Planung, ihr Bau und ihre Fertigstellung sogar als ein Wunder bezeichnet werden kann. Eine kleine Schar gläubiger Christen unternimmt das Wagnis, in einer Zeit, in der Kirchen geschlossen oder verkauft werden, eine neue Kirche zu bauen; sie baut mitten im Stadtzentrum einer historischen Stadt und nicht irgendwo zwischen den Gewerbebetrieben am Stadtrand; sie hat dabei den Anspruch, nicht nur ein "Dach über dem Kopf" für die eigenen Leute zu schaffen, sondern ein Baudenkmal, das dank seiner markanten Kuppel und der Schönheit seiner Konstruktion bereits Eingang in den Stadtführer von Brühl gefunden hat! Ist das nicht ein Wunder?
 

So beglückwünsche ich Sie alle zu diesem Tag und danke meinerseits für all Ihr Engagement und für alle Mithilfe bei diesem historischen Bau, sei es als Planende oder Bauende, als Spender oder Unterstützer, als Nachbarn oder Freunde dieser Kirchengemeinde. Gestatten Sie mir, dass ich mich in besonderer Weise an zwei der hier Anwesenden wende:
 

Sie, lieber Vater Constantin, kamen vor 16 Jahren, irgendwann im Lauf des Jahres 1989, zu mir nach Bonn und erzählten von dem Traum, aus einem leer stehenden Supermarkt eine orthodoxe Kirche machen zu wollen. Sie waren sich nicht ganz sicher, ob dieses Projekt nicht doch etwas zu groß für die Brühler Gemeinde sein würde. Da ich Sie und Ihre Tatkraft kannte, ermutigte ich Sie ohne Zögern zum Kauf des Grundstücks. lch glaube, der heutige Tag gibt mir recht. Seine Allheiligkeit der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat Ihnen im vergangenen Jahr den Titel eines "Erzpriesters des Ökumenischen Patriarchats" verliehen, die höchste Auszeichnung, die unsere Kirche verleiht. Heute gratuliere ich Ihnen noch einmal aus ganzem Herzen und beglückwünsche Sie zur Einweihung dieser schönen neuen Kirche. Im übrigen zeigt die heutige Anwesenheit so vieler illustrer ökumenischer Gäste, dass Ihr vielfältiges ökumenisches Wirken für unsere Metropolie und die Orthodoxe Kirche überhaupt weit über die Grenzen Ihrer Brühler Gemeinde hinausgeht. Auch hierfür sei Ihnen nochmals gedankt.
 

Auch Sie, lieber Herr Hönig, sind nicht nur in Brühl für unsere Metropolie tätig geworden. An erster Stelle ist vielmehr der Bau des Metropolitanzentrums und der Metropolitankirche "Agia Trias" in Bonn-Beuel zu nennen. Später kam dann die Kirche des heiligen Apostels Paulus in Nürnberg und die Kirche der heiligen Drei Hierarchen in Hannover dazu. Darüber hinaus haben Sie an vielen Orten die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland ehrenamtlich und kompetent beraten. Heute feiern wir die Einweihung eines weiteren Kunstwerks, das Sie in Zusammenarbeit mit Herrn Kapourakis geschaffen haben. Gestatten Sie mir deshalb, Ihnen, lieber Herr Hönig, aus diesem Anlass für Ihre jahrelange Treue zu unserer Metropolie zu danken. Ein sichtbares Zeichen dieses Dankes ist die Verleihung des Goldkreuzes der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, die ich jetzt vornehmen möchte. Der Text der Urkunde ist in altgriechischer Sprache; auf deutsch lautet er:
 

ÖKUMENISCHES PATRIARCHAT
GRIECHISCH-ORTHODOXE METROPOLIE VON DEUTSCHLAND
EXARCHAT VON ZENTRALEUROPA

Da es ziemlich ist, den eifrigen Dienern der guten Werke, Ehre zu erweisen
und es unsere Pflicht ist, diese den Jüngeren als Beispiel vor Augen zu halten,
damit auch diese angeleitet werden, angemessen zu handeln, und durch
tugendhafte Taten gelehrt werden, tugendhafte Taten zu tun, beschloss die
Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, eigenhändig durch uns
als ihrem Vorsteher, das Goldkreuz I. Klasse, also ihr die dreifaltige Gottheit
darstellendes Emblem,

Herrn Architekt Klaus Hönig

zu verleihen und durch diese Urkunde seinen durch gute Worte und tugendhafte und fruchtbare
Werke in vom Erlöser Jesus Christus in dieser Welt geschenktem Frieden
und rechtem Lebenswandel geleisteten Beitrag zum mühevollen Wirken
dieser Kirche zu bestätigen.

Gegeben zu Bonn, am 6. Mai 2005.
Metropolit Augoustinos von Deutschland
 

Ich glaube, dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
Ja, liebe orthodoxe Christen von Brühl und Umgebung, liebe Freunde unserer
Kirchengemeinde, "dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat". 
 

Christos anesti! Christus ist auferstanden!


[Zurück zum Seitenanfang]

[Zurück zur vorigen Seite]