(6. Mai 2005)
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Verehrte Mitbrüder im bischöflichen und
priesterlichen Dienst,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Frau Generalkonsulin,
meine Damen und Herren,
liebe Kinder.
Christos anesti! Christus ist
auferstanden!
Mit diesem österlichen Gruß der
Orthodoxen Kirche begrüße ich Sie alle, die Sie zu dieser Doxologie heute Abend
gekommen sind. "Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat" singen wir mit den
Worten des Psalmisten zu Ostern und dieses Wort gilt in besonderer Weise heute
für Brühl und unsere Gemeinde in dieser schönen Stadt.
In der Tat ist die Einweihung unserer
Kirche für uns alle ein Gottesgeschenk, so wie ihre Planung, ihr Bau und ihre
Fertigstellung sogar als ein Wunder bezeichnet werden kann. Eine kleine Schar
gläubiger Christen unternimmt das Wagnis, in einer Zeit, in der Kirchen
geschlossen oder verkauft werden, eine neue Kirche zu bauen; sie baut mitten im
Stadtzentrum einer historischen Stadt und nicht irgendwo zwischen den
Gewerbebetrieben am Stadtrand; sie hat dabei den Anspruch, nicht nur ein "Dach
über dem Kopf" für die eigenen Leute zu schaffen, sondern ein Baudenkmal, das
dank seiner markanten Kuppel und der Schönheit seiner Konstruktion bereits
Eingang in den Stadtführer von Brühl gefunden hat! Ist das nicht ein Wunder?
So beglückwünsche ich Sie alle zu
diesem Tag und danke meinerseits für all Ihr Engagement und für alle Mithilfe
bei diesem historischen Bau, sei es als Planende oder Bauende, als Spender oder
Unterstützer, als Nachbarn oder Freunde dieser Kirchengemeinde. Gestatten Sie
mir, dass ich mich in besonderer Weise an zwei der hier Anwesenden wende:
Sie, lieber Vater Constantin, kamen vor
16 Jahren, irgendwann im Lauf des Jahres 1989, zu mir nach Bonn und erzählten
von dem Traum, aus einem leer stehenden Supermarkt eine orthodoxe Kirche machen
zu wollen. Sie waren sich nicht ganz sicher, ob dieses Projekt nicht doch etwas
zu groß für die Brühler Gemeinde sein würde. Da ich Sie und Ihre Tatkraft
kannte, ermutigte ich Sie ohne Zögern zum Kauf des Grundstücks. lch glaube, der
heutige Tag gibt mir recht. Seine Allheiligkeit der Ökumenische Patriarch
Bartholomaios I. hat Ihnen im vergangenen Jahr den Titel eines "Erzpriesters des
Ökumenischen Patriarchats" verliehen, die höchste Auszeichnung, die unsere
Kirche verleiht. Heute gratuliere ich Ihnen noch einmal aus ganzem Herzen und
beglückwünsche Sie zur Einweihung dieser schönen neuen Kirche. Im übrigen zeigt
die heutige Anwesenheit so vieler illustrer ökumenischer Gäste, dass Ihr
vielfältiges ökumenisches Wirken für unsere Metropolie und die Orthodoxe Kirche
überhaupt weit über die Grenzen Ihrer Brühler Gemeinde hinausgeht. Auch hierfür
sei Ihnen nochmals gedankt.
Auch Sie, lieber Herr Hönig, sind nicht
nur in Brühl für unsere Metropolie tätig geworden. An erster Stelle ist vielmehr
der Bau des Metropolitanzentrums und der Metropolitankirche "Agia Trias" in
Bonn-Beuel zu nennen. Später kam dann die Kirche des heiligen Apostels Paulus in
Nürnberg und die Kirche der heiligen Drei Hierarchen in Hannover dazu. Darüber
hinaus haben Sie an vielen Orten die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von
Deutschland ehrenamtlich und kompetent beraten. Heute feiern wir die Einweihung
eines weiteren Kunstwerks, das Sie in Zusammenarbeit mit Herrn Kapourakis
geschaffen haben. Gestatten Sie mir deshalb, Ihnen, lieber Herr Hönig, aus
diesem Anlass für Ihre jahrelange Treue zu unserer Metropolie zu danken. Ein
sichtbares Zeichen dieses Dankes ist die Verleihung des Goldkreuzes der
Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, die ich jetzt vornehmen
möchte. Der Text der Urkunde ist in altgriechischer Sprache; auf deutsch lautet
er:
ÖKUMENISCHES PATRIARCHAT
GRIECHISCH-ORTHODOXE METROPOLIE VON DEUTSCHLAND
EXARCHAT VON ZENTRALEUROPA
Da es ziemlich ist, den eifrigen
Dienern der guten Werke, Ehre zu erweisen
und es unsere Pflicht ist, diese den Jüngeren als Beispiel vor Augen zu halten,
damit auch diese angeleitet werden, angemessen zu handeln, und durch
tugendhafte Taten gelehrt werden, tugendhafte Taten zu tun, beschloss die
Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, eigenhändig durch uns
als ihrem Vorsteher, das Goldkreuz I. Klasse, also ihr die dreifaltige Gottheit
darstellendes Emblem,
Herrn Architekt Klaus Hönig
zu verleihen und durch diese Urkunde
seinen durch gute Worte und tugendhafte und fruchtbare
Werke in vom Erlöser Jesus Christus in dieser Welt geschenktem Frieden
und rechtem Lebenswandel geleisteten Beitrag zum mühevollen Wirken
dieser Kirche zu bestätigen.
Gegeben zu Bonn, am 6.
Mai 2005.
Metropolit Augoustinos von
Deutschland
Ich glaube, dem ist nichts mehr
hinzuzufügen!
Ja, liebe orthodoxe Christen von Brühl und Umgebung, liebe Freunde unserer
Kirchengemeinde, "dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat".
Christos anesti! Christus ist auferstanden!