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ANSPRACHE

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

beim Vespergottesdienst
anlässlich der Übergabe der Marienkirche
an die Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde
LUdwigshafen

(24. November 2007)

* * *

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln
und uns an ihm freuen. (Ps 117 <118>,24).

 

Gestatten Sie mir, verehrter Herr Weihbischof, lieber Herr Kirchenpräsident, sehr geehrte Frau Staatsministerin, sehr geehrter Herr Generalkonsul, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, mit diesem Psalmwort, das wir orthodoxe Christen in der Osternacht und der Osterzeit singen, Sie alle herzlich zu grüßen. Denn auch der heutige Tag hat etwas Österliches, da er ein Πάσχα, einen Übergang und einen Neuanfang bedeutet. Mit dem Empfang der Urkunde gerade eben und der Übergabe der Schlüssel dieser wunderschönen Kirche endet eine lange Zeit der Wanderschaft unserer Ludwigshafener Kirchengemeinde durch verschiedene Kirchenräume und -gebäude. Gott sei Dank waren wir in all diesen Jahren nie allein unterwegs, wir hatten tatkräftige und hilfsbereite Wegbegleiter in unseren evangelischen und römisch­katholischen Mitchristen, die uns Gastfreundschaft gewährten, zuletzt in der Herz-Jesu-Kirche, wo wir biblische 33 Jahre, von 1973 bis 2006, zuhause waren.

Dass Sie, verehrter Herr Weihbischof und lieber Herr Kirchenpräsident, heute hier anwesend sind, und zu uns gesprochen haben, ist ein wunderbares Zeichen für diesen gemeinsamen Weg, den wir gegangen sind. Dies gibt mir die Gelegenheit, Ihnen an dieser Stelle für all Ihre Hilfe in dieser Zeit öffentlich Dank zu sagen. Und die Anwesenheit so vieler Glieder Ihrer Kirchen heute Abend zeigt mir, dass wir auch in den kommenden Jahren unseren Weg gemeinsam weitergehen sollen und werden.

Gemeinsamkeit ist auch das Stichwort, welches das Leben meiner griechischen Landsleute hier in Deutschland und speziell in Ludwigshafen kennzeichnet. Das Bestreben der Griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland seit ihrer Gründung vor bald 45 Jahren war es ja zu einer authentischen Integration in diesem Land beizutragen und zu ermuntern. In diesem Sinn danke ich Ihnen, Frau Prof. Böhmer, und Ihnen, Frau Dr. Lohse, für Ihre Worte und Ihre Anwesenheit am heutigen Festtag.

Gemeinsam haben wir auch heute Abend in unserem Vespergottesdienst einer Heiligen der Alten ungeteilten Kirche gedacht, deren morgiger Festtag in der katholischen und der orthodoxen Kirche gefeiert wird, der hl. Katharina von Alexandrien. Ja ich habe mir sagen lassen, dass diese Frau (nicht zuletzt wegen Luthers Ehefrau Katharina von Bora) auch evangelischen Christen bekannt und wichtig ist. Hier in Ludwigshafen wird der Name ja durch den bekannten Lutherbrunnen mit der Katharina von Bora-Darstellung in Ehren gehalten. Dieses gemeinsame Datum verweist uns auf unsere gemeinsamen Wurzeln, die für ein Gelingen der ökumenischen Bewegung unerlässlich sind.

Für diese Wurzeln und für die Treue zu ihnen steht die orthodoxe Kirche - auch und gerade in diesem Land. Wir sind froh, dass wir allmählich die erste Phase des buchstäblichen Aufbaus unserer Kirchengemeinden hierzulande abschließen können - der heutige Abend ist ja ein beredtes Beispiel dafür. Diese Aufbauarbeit wäre nicht möglich gewesen ohne unsere Pfarrer - etwa hier in Ludwigshafen, wo wir in Vater Apostolos Malamoussis und Vater Konstantinos Zarkanitis zwei Pioniere hatten und haben, die pastoralen Eifer, ökumenisches Engagement und sozialen Einsatz auf vorbildliche Weise miteinander verbinden. Sie seien hier stellvertretend auch für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dieser Kirchengemeinde genannt und gewürdigt. Gott segne sie und ihre Familien, Gott segne Sie alle!

So gratuliere ich Ihnen und uns allen zu diesem Tag, den der Herr gemacht hat! Amen.


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