(23.10.2005)
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„Tausend Jahre sind vor Gott wie der Tag, der gestern vergangen ist“, sagt der Beter im Alten Testament. Und angesichts solcher Feststellung erscheint es fast vermessen, wann wir bereits nach zehn Jahren in der Kirche ein Jubiläum feiern.
Dennoch halte ich es für angemessen, dass wir des zehnjährigen Bestehens der Alierheiligenkirche in München dankbar gedenken. Wir Menschen machen kleine Schritte, und in unserer schnelllebigen Zeit blicken wir auf das vergangene Jahrzehnt als auf einen wichtigen Zeitabschnitt in der Geschichte unserer Kirche hier in Deutschland in tiefer Dankbarkeit zurück.
Wir sind von Dankbarkeit erfüllt gegen den barmherzigen Gott und gegenüber den Menschen, die uns mit diesem Gotteshaus zu einem Zentrum unseres geistlichen Lebens für die griechisch-orthodoxen Christen in München geholfen haben.
Da steht an erster Stelle das Erzbistum von München und Freising mit Seiner Eminenz Dr. Friedrich Kardinal Wetter an der Spitze, der uns seine brüderliche Hilfe nie versagt hat. Daneben stehen der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München mit seinem Oberbürgermeister Ude und nicht zuletzt, sondern eigentlich chronologisch gesehen zuerst das Haus Wittelsbach, das in der Tradition des Philhellenismus von König Ludwig I. von Bayern steht und handelt.
Gott hat so vielen Menschen das Herz und die Hände geöffnet, um mit dieser Allerheiligenkirche etwas sehr Schönes zu schaffen. In bewährter bayerisch-griechischer Freundschaft und Zusammenarbeit wurde das kirchliche Leben in München gestärkt und die Integration unserer griechisch-orthodoxen Christen gefördert. Und Gott hat dieses Werk gesegnet. Deshalb ist es nur recht Ihn in herzlicher Dankbarkeit zu lobpreisen.
Wir leben - wie wir glauben - in einer schwierigen Zeit; wir sind verunsichert, fühlen uns schwach und ausgeliefert. Deshalb ist es auch Zeit, wieder mehr an Gott und seinen Beistand zu denken. Und dazu möchte ich Ihnen allen ein Wort des Psalmisten mitgeben, der auch etwas weiß von den schönen Wohnungen Gottes in dieser Welt (Ps.83/84,6+8):
„Wohl den Menschen, die Gott für ihre
Stärke halten
und von Herzen ihm nachwandeln...
Sie gehen von einer Kraft zur anderen
und schauen den wahren Gott in Zion.“
Auch die Allerheiligenkirche ist ein Ort, wo wir den wahren Gott in unseren Gottesdiensten erleben, von wo aus wir ihm von ganzem Herzen nachfolgen sollen und von einer Kraft zur anderen geben dürfen. In diesem wahren Gott liegt unsere Stärke. Gehen wir hinzu und halten fest an diesem unseren Gott!