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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

für die 31. Priestertagung
der Griechisch-Orthodoxen Metropolie
von Deutschland
im Jahr 2000

(München, 30.10.2000)

* * *

Die diesjährige Priestertagung der Griechisch-orthodoxen Metropolie - es ist dies die 31. Tagung - findet zum ersten Mal in Bayern statt. Wir versammeln uns in München, wo unsere orthodoxe Kirchengemeinde nach über zwei Jahrzehnten die altehrwürdige Salvatorkirche zur kirchlichen Nutzung zurückerhielt. Für unsere Metropolie ist dies in Bayern ein wichtiges Ereignis ihrer Geschichte im 20. Jahrhundert. So kommen wir in großer Dankbarkeit hier zusammen, und ich begrüße mit Freude die Gäste, die unserer Einladung zur Eröffnung der Tagung gefolgt sind. Sind es doch meist die Freunde unserer Metropolie, die uns in den Schwierigkeiten der vergangenen Jahre treu zur Seite standen.

Seien es nun die Vertreter der römisch-katholischen, der evangelisch-lutherischen oder der anderen orthodoxen Kirchen, Vertreter der Ludwig-Maximilians-Universität, von deutschen Behörden und griechische Vertreter und die der Presse.

Sie alle heiße ich herzlich willkommen und danke Ihnen, dass Sie in dieser Stunde bei uns sind.

Zur Priestertagung haben wir uns im letzten Jahr dieses Jahrhundert zusammengefunden, kurz vor der Jahrtausendwende mit dem Blick ins 21. Jahrhundert. Das Jahr 2000 hat uns zur Rückbesinnung auf zwei Jahrtausende Christentum geführt. Der Evangelist Johannes schreibt: "Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit" (Ev.Joh.1,14). Im Jahr 2000 gedenkt die Christenheit in ganz besonderer Weise dieses Heilsgeschehens der Menschwerdung Gottes. Sie ist allerdings nicht nur ein punktuelles Ereignis der Geschichte, vielmehr setzt sich die Fleischwerdung des Göttlichen durch die Jahrhunderte fort, und zwar in der christlichen Kirche, wo unser Herr Jesus Christus das Haupt eines Organismus ist, der Himmel und Erde umfasst und in den alle getauften Christen eingeleibt sind.

Ursprung, Mittelpunkt und Ziel unseres Lebens als Kirche ist also unser Herr Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott. Das gibt dem Christentum seine einmalige und besondere Stellung unter allen Religionen. Dessen müssen wir uns viel stärker bewusst werden und es auch öfter und nachdrücklicher  betonen, als es üblichweise geschieht. Andernfalls könnte der christliche Glaube Teil des vielzitierten Pluralismus und seiner Beliebigkeit werden oder gar in den modernen Synkretismus abgleiten, der unsere religiöse Gedanken- und Geisteswelt heute durchzieht.

Die Arbeit unserer Priestertagung steht deshalb unter dem Thema "2000 Jahre Christentum. Theologischer Stand und Perspektiven" und wird uns hoffentlich helfen, unsere Probleme wirkungsvoll anzugehen und zu bewältigen.

Wir danken schon jetzt allen, die uns dazu verhelfen wollen, - vor allem den Referenten der Tagung.

Wir erbitten Gottes Heiligen Geist für unsere Arbeit, die zum Wohle unserer Kirche, der Gemeinden und ihrer Gläubigen geschieht.

Die 31. Priestertagung der Griechisch-?rthodoxen Metropolie von Deutschland erkläre ich hiermit für eröffnet.


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