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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

für die 32. Priestertagung
der Griechisch-Orthodoxen Metropolie
von Deutschland
im Jahr 2001

(München, 30.10.2001)

* * *

Auch in diesem Jahr wird die Priestertagung unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie mit einem Gottesdienst eröffnet, zu dem ich Sie, die Vertreter der Schwesterkirchen, ebenso wie die Vertreter des Freistaats Bayern, der Landeshauptstadt München sowie des griechischen Staates herzlich begrüße.

Ihre Anwesenheit bezeugt: Die Kirche und ihre Theologie leben nicht im luftleeren Raum. Sie manifestieren sich vielmehr immer an einem konkreten Ort und zu einer konkreten historischen Zeit. Es ist deshalb nur selbstverständlich, dass wir immer wieder über den Gartenzaun der eigenen Kirche schauen, um Neues zu lernen und unseren eigenen Standpunkt neu zu entdecken.

Unsere diesjährige Tagung widmet sich der Frage "Die Frau und ihre Stellung in der Kirche". Man könnte meinen, dies sei ein von außen herangetragenes, ein "importiertes Thema". Schließlich erhalten im ökumenischen Miteinander jene Kirchen, welche die Frauenordination nicht praktizieren, sehr häufig das Etikett einer gewissen Frauenfeindlichkeit. Hiervon kann auch unsere Kirche - oder gerade unsere Kirche - ein Lied singen.

Und doch handelt es sich um ein Thema, das unsere Kirche nicht erst seit heute beschäftigt. So schreibt der große Kirchenvater Gregor von Nazianz schon im 4. Jahrhundert: "Männer waren es, welche die Gesetze machten und deshalb ging die Gesetzgebung zu Lasten der Frau. Diese Art der Gesetze kann man jedoch weder akzeptieren noch begrüßen, da sie dem göttlichen Willen widerspricht. Gott ehrt in Seinem Gesetz in gleicher Weise das Gute, wie er das Schlechte bestraft, ob es nun vom Mann oder von der Frau getan wird. Dies ist die wahre Gleichheit vor dem Gesetz. Denn der Schöpfer des Mannes und der Frau ist derselbe. Aus dem gleichen Material sind beide erschaffen. Und beide tragen das gleiche Bild Gottes in sich."

Zwei Aspekte lassen sich in diesem Zitat erkennen: Zum einen, der theologische Grundsatz von der Ebenbürtigkeit der Geschlechter, und zum anderen, die Schwierigkeit, diesen Grundsatz glaubwürdig in die Praxis umzusetzen.

Darüber werden wir auf unserer Tagung sprechen. Unser Ziel kann dabei weder ein säkularer Feminismus, noch ein den patriarchalischen Strukturen des antiken Orients entlehntes Weltbild sein.

Paul Evdokimov hat seinerzeit einer Abhandlung zu diesem Thema den bezeichnenden Titel "Die Frau und das Heil der Welt" gegeben. Dieses Heil der Welt, einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint, ist und bleibt unser Auftrag, über den wir in Fürstenried sprechen werden. Dass dies in aller Offenheit geschieht, versteht sich - wie immer - von selbst. So wird etwa auch die Haltung unserer Kirche zur Frauenordination Thema eines Vertrags unserer Priestertagung sein.

Ich bedauere, dass unsere Verhältnisse es nicht gestatten, dass mehr Frauen an dieser Tagung teilnehmen. An erster Stelle wären hier die Ehefrauen unserer Priester zu nennen, ohne deren Mitwirken - gerade in unseren Kirchengemeinden der Diaspora - das kirchliche Leben schlechterdings unvorstellbar wäre. Ich darf deshalb bereits heute, ohne meinen Ausführungen bei der Tagung selbst vorgreifen zu wollen, meinen aufrichtigen Dank für diese Diakonia, welche die Ehefrauen unserer Priester leisten, öffentlich aussprechen.

Mein Dank gilt ferner allen, die diese Priestertagung vorbereitet haben, insbesondere der Lehr- und Ausbildungseinrichtung für orthodoxe Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Unsere Priestertagung ist ja eine Veranstaltung zur Weiterbildung unserer Geistlichen in Deutschland. Darüber hinaus ist sie in gewisser Weise ein Pfarrkonvent, der leider nur einmal im Jahr stattfinden kann. Dies bedeutet, um nur einige Schwerpunkte zu nennen: Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch, aber auch zur seelsorgerlichen Begleitung der Seelsorger, gegenseitige Tröstung und Hilfestellung, Information und Gespräch, Beisammensein und Feiern, und nicht zuletzt: das gemeinsame Gebet und die Göttliche Liturgie.

All dies erwartet uns in den nächsten Tagen. Gott gebe uns Seinen Segen dazu. Amen.


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