(Mannheim, 11. Oktober 2005)
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Zur Eröffnung der diesjährigen Priestertagung unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. die während dieser Woche in Mannheim-Ludwigshafen stattfindet. heiße ich Sie herzlich willkommen! Es erfreut mich. dass wir auch deutsche ökumenische Gäste unter uns haben. Das ist bedeutsam für unsere kirchliche Arbeit und unser Zusammenleben hierzulande. Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie besteht seit über vierzig Jahren in diesem land als eine Kirche der Migration in der Diaspora, und wir haben für uns und unsere Landsleute eine vernünftige und gute Integration in der hiesigen Lebens- und Arbeitswelt, aber auch in der deutschen Ökumene bewirken können.
Mit Gottes Hilfe hat sich in unseren Kirchgemeinden ein reiches geistliches Leben entwickelt. Im Zentrum steht der Gottesdienst. die Göttliche Liturgie. In stetem Bemühen und in der Bereitschaft zu beträchtlichen persönlichen Opfern versuchen die Gläubigen, eigene Gotteshäuser zu erwerben. Auch dies ist ein Zeichen dafür, dass Beständigkeit im kirchlichen Leben ernsthaft angestrebt wird. Natürlich haben wir nach wie vor Probleme: Eine Kirche ohne Kirchensteuer muss heute finanziell noch genauer rechnen und härter kämpfen als die Kirchen, die ein gewisses, voraussehbares Einkommen haben. Auch um eine Priesterausbildung hier in Deutschland müssen wir besorgt sein, insbesondere deshalb, weil wir jungen Christen, die in Deutschland aufwuchsen, die Sprache perfekt beherrschen und mit deutscher Kultur vertraut sind, die Möglichkeit einer kirchlichen Ausbildung bieten müssen, wenn sie Priester werden wollen. Auch unsere Priestertagung gehört zur theologischen und praktischen Weiterbildung der Geistlichen. Sie dient dem sonst nicht immer möglichen Gedankenaustausch und dem Zusammenhalt der Priesterschaft.
Die Thematik unserer Tagungen unterscheidet sich kaum von denen anderer Kirchen. Wir leben in derselben Welt. unsere Gläubigen haben die gleichen Fragen und Probleme. Sie fordern Antworten, die den seelischen Nöten standhalten.
Auf der diesjährigen Tagung beschäftigen wir uns mit dem Tod. Wir alle leben ausnahmslos „im Schatten des Todes“. Diejenigen, die das 20.Jahrhundert bewusst durchlebt und überlebt haben, wissen noch etwas von der täglichen Bedrohung des Lebens. Später versuchte man, den Tod in unserem Leben zurückzudrängen. Ob uns das im neuen Jahrhundert gelingen wird, ist mir fraglich. Die Nachrichten eines jeden Tages berichten von Terroranschlägen, von Naturkatastrophen nahezu apokalyptischen Ausmaßes, nach wie vor von Krieg, Diktatur und Unterdrückung. Aber auch von ganz anderer Seite versucht man, den Tod zu verharmlosen, zu „entschärfen“, ja gesellschaftlich anzupassen, zu sozialisieren. Die Bemühungen um eine aktive Sterbehilfe rücken uns auch in Deutschland immer näher.
Als Kirche wissen wir etwas anderes. Wir alle sind dem Tode verhaftet, und unser Weg hat einmal ein Ende, für uns Christen hat er aber auch ein Ziel, und deshalb ist das Ende Erfüllung. Der christliche Glaube kennt den ganzen Ernst des Todes, seine Härte und sein Leiden, weil wir den kennen, der den Tod durchlitten und überwunden hat, - Jesus Christus. Der Tod und die Toten geben uns keine Antwort auf unsere Fragen. Antwort erhalten wir nur von dem lebendigen Gott.
In dieser Glaubenszuversicht, die vielleicht sogar Glaubensverbundenheit ist, möchte ich Sie alle grüßen.
Ich danke Ihnen für Ihr Kommen und Gottes, seinen Schutz und Beistand wünsche Ihnen den Segen des Dreieinen für jeden kommenden Tag!