(Würzburg, 30. Oktober 2007)
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Sehr geehrte liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst,
verehrter, lieber Bischof Paul-Werner,
sehr geehrter Herr Regionalbischof,
sehr geehrter Herr Botschafter der Republik Griechenland,
sehr geehrter Regierungspräsident,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Frau Generalkonsulin,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Es ist eine gute Tradition, dass unsere alljährliche Priestertagung nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet, -κεκλεισμένων των θυρών - wie es im Johannesevangelium heißt, wenn von der Erscheinung des auferstandenen Herrn die Rede ist (vgl. Joh 2O,19).
Denn das Wirken unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland findet ja auch nicht hinter verschlossenen Türen statt, sondern im öffentlichen Raum, den Sie alle verehrte Gäste dieses Gottesdienstes in besonderer Weise repräsentieren: als Vertreter der Ökumenischen Gemeinschaft unserer Schwesterkirchen in diesem Land, als Vertreter des Landes und der Kommunen, in denen wir wirken, als Vertreter der griechischen Heimat unserer Gläubigen, ebenso wie als Vertreter der Presse und der weiteren Öffentlichkeit Für die Grußworte, die Sie an uns gerichtet haben, möchte ich Ihnen aus ganzem Herzen danken; wir empfinden sie, wie auch Ihre Anwesenheit heute Abend, als Bestärkung und Ermutigung auf unserem Weg.
Gestatten Sie mir nach diesem allgemeinen Dank einen der heutigen Gäste in ganz besonderer Weise zu begrüßen: Sie, verehrter Bischof Paul Werner, (Ich weiß, dass Ihnen die Bezeichnung „Altbischof“ nicht gefällt, nicht nur deswegen, weil Sie ja nicht alt sind, sondern vor allem deshalb, weil das Amt des Bischofs nach unserem gemeinsamen Verständnis nicht etwas ist, was man ablegen oder gar abstreifen kann, wie eine verbrauchte Schlangenhaut…) Sie haben, lieber Konfrater, Großes geleistet für die Ökumene in diesem Land und darüber hinaus, dabei haben Sie immer ganz intensiv die Beziehungen zur Griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland gepflegt: ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die Arbeit unserer Gemeinsamen katholisch-orthodoxen Kommission, in der wir uns in jahrelanger Arbeit begegnet und nähergekommen sind.
Unser diesjähriges Thema ist, wie Sie bereits erfahren haben, die multinationale Orthodoxie. Häufig scheint ja orthodoxen und nicht-orthodoxen Christen nur eine nationale Orthodoxie bekannt zu sein, manchmal sogar verbunden mit der Furcht vor einer nationalistischen Orthodoxie. Dies hängt sicherlich mit dem so genannten Autokephalieprinzip zusammen. Die Idee der Autokephalie, der eigenständigen Verwaltung, ist nicht neu. Auf ihr basiert die Struktur der Alten Kirche nach dem Prinzip, dass „die kirchliche Ordnung den politischen Gegebenheiten folgt". Der politischen Geographie folgte die kirchliche, und das zum Zweck einer besseren Handhabung der kirchlichen Angelegenheiten. Welche Konsequenzen dies für uns in unserer kirchlichen Situation hier in Deutschland hat, wo wir verschiedene orthodoxe Diözesen haben, die jeweils unterschiedlichen autokephalen orthodoxen Landeskirchen angehören, werden wir auf unserer Tagung untersuchen. Dass es uns gelungen ist, von einem mehr oder weniger zufälligen Nebeneinander dieser Bistümer zu einem geordneten Miteinander zu gelangen, erfüllt uns mit Freude und Stolz. Hier ist an erster Stelle die „Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland“, abgekürzt KOKiD, zu nennen, die wir als gemeinsames Organ der Orthodoxen unseres Landes konzipiert und realisiert haben. Doch hier sind wir schon mitten in den Fragen unserer Tagung, der ich an dieser Stelle nicht vorgreifen möchte.
Deshalb danke ich Ihnen noch einmal für Ihr Kommen und wünsche uns und Ihnen einen gesegneten Abend, Als Exarch des Ökumenischen Patriarchen übermittle ich Ihnen allen die Segenswünsche Seiner Allheiligkeit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.
Die 38. Priestertagung der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland ist hiermit eröffnet.