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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

ANLÄSSLICH DES 50-JÄHRIGEN BESTEHENS
DER RUMÄNISCHEN ORTHODOXEN GEMEINDE
IN FREIBURG

(15.10.2006)

* * *

Liebe Gemeinde,

mit besonderer Freude bin ich heute nach Freiburg gekommen, um mit Ihnen die Göttliche Liturgie zu feiern und Gott für 50 Jahre rumänischer Präsenz in dieser Stadt zu danken. Dieser Dank gilt gleichermaßen den hier anwesenden Mitgliedern und Förderern unserer Kirchengemeinde, wie auch jenen, die heute nicht mehr unter uns sind. Natürlich ist hier an erster Stelle der unvergessene Vater Popa zu erwähnen, der sein Volk - wie einst Moses durch die Wüste- 40 Jahre lang geführt hat. Wir verneigen uns in Respekt und Dankbarkeit vor seinem Werk.

Auch Ihnen, lieber Vater Sorin, der Sie heute dieser Gemeinde dienen, gilt mein Dank. Jahrzehntelang haben Sie Vater Popa in der Leitung des Rumänischen Vikariats und seiner Gemeinden tatkräftig unterstützt. Nun stehen Sie als Pfarrer an diesem Altar, von dem Ihr Vorgänger in der Osternacht des Jahres 2004 seine letzte Reise angetreten hat. Und dass die Freiburger Gemeinde unserer Kirche in der Person von Vater Miron einen weiteren Priester geschenkt hat, der heute für das Vikariat der rumänischen Gemeinden unserer Metropolie verantwortlich ist, ist ebenfalls Anlass zu großer Dankbarkeit.

Die Geschichte der Rumänischen Orthodoxen Gemeinde in Freiburg ist nicht nur mit Personen, sondern auch mit Orten verbunden. Waren dies früher die Peterhof-Kapelle und die Kapelle im Alten Friedhof, so ist seit über zwei Jahrzehnten diese wunderschöne Kirche „Maria Schutz" das gottesdienstliche und geistliche Zentrum der Freiburger Rumänen. Dies wäre nicht ohne die tatkräftige Hilfe des Erzbischöflichen Ordinariats und der Evangelischen Landeskirche von Baden möglich gewesen. Beiden gilt mein wiederholter Dank, ebenso wie der Arbeitsgemeinschaft Ostkirchen, welche die Hauptlast des guten Bestehens dieser Kirche trägt.

Liebe Gemeinde,

gestatten Sie mir nun dass ich mich an Sie alle wende. Ich möchte Ihnen einen Gedanken vortragen, der mich seit einiger Zeit beschäftigt: Gibt es wohl einen besonderen Sinn in der Tatsache, dass wir als orthodoxe Rumänen, Griechen, Serben, Russen usw. in dieses Land gekommen sind? Hat womöglich auch das Exil, das Sie auf sich nehmen mussten, einen spirituellen Sinn? Kann man hinter Flucht und Vertreibung auch etwas Positives sehen? Die Antwort auf diese Fragen fällt nicht leicht, aber gerade hier in Freiburg entdecke ich immer wieder einen Aspekt unseres orthodoxen Lebens in Deutschland, der mir zunehmend wichtiger erscheint. Wir haben in diesem Land die inner-orthodoxe und ökumenische Perspektive unseres Christseins gelernt. Diese Kirche, in der verschiedene orthodoxe Gemeinden ihre Gottesdienste feiern, erscheint wie eine Vision einer künftigen orthodoxen Präsenz in diesem Land. Bei dieser Gelegenheit grüße ich auch alle übrigen orthodoxen Christen, die heute hier mit uns beten, ebenso wie die katholischen und evangelischen Geschwister. Denn auch das hervorragende ökumenische Klima in Freiburg besitzt für mich Modellcharakter.

Gestern haben wir das Fest der heiligen Paraskeva gefeiert, die in Rumänien besonders verehrt wird, weil ihre Reliquien sich bekanntlich in lasi befinden. Ich selbst hatte die Gelegenheit, sie bei meinem Rumänienbesuch vor 20 Jahren zu verehren. Diese Heilige, die im heutigen Bulgarien gelebt hat und deren Gebeine über Serbien und Konstantinopel nach Rumänien gelangt sind, wird von allen diesen Völkern in hohem Maße geschätzt. In der Nähe von Thessaloniki befindet sich der Ort Neoi Epivates, wo Flüchtlinge aus dem Heimatort der Heiligen eine große Kirche zu ihren Ehren gebaut haben. So ist sie nicht nur ein Vorbild christlichen Lebens, sondern auch ein Symbol der Zusammengehörigkeit aller unserer Völker. Gestatten Sie mir deshalb, Ihrer Gemeinde aus Anlass des heutigen Jubiläums eine Ikone der heiligen Paraskeva zu schenken, deren Aufschrift in griechischer und rumänischer Sprache geschrieben ist.

Gott segne Sie alle!


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