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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

bei der Festveranstaltung aus Anlass des 60. Geburtstags
von Erzpriester Apostolos Malamoussis

(München, 04.07.2007)

* * *

Eminenz,
Exzellenzen,
Königliche Hoheiten,
Magnifizenz,
Sehr geehrte Damen und Herren, 

es fällt mir schwer, jetzt zu sprechen, und die Schwierigkeit, mit der ich es zu tun habe, ähnelt derjenigen eines Vaters, der über seinen Sohn sprechen möchte. Denn der Bischof ist der Vater par excellence in seiner Kirche und unter seinen Gläubigen und Priestern. Ein Vater muss die richtigen Worte aussuchen, um seinem Sohn kein übermäßiges Lob auszusprechen, er darf seine Verdienste aber auch nicht schmälern: beides würde seinem Sohn und ihm selbst schaden. Ich bin bereit das Risiko eines Grußwortes einzugehen, weil ich weiß, dass sowohl die Person als auch das Werk des Geburtstagskindes Ihnen nicht unbekannt sind; ganz im Gegenteil.

Vater Apostolos Malamoussis, der Jubilar, der griechisch-orthodoxe Pfarrer der Allerheiligen-Kirchengemeinde und zugleich mein Bischöflicher Vikar für Bayern, ist eine Institution per se nicht nur in der Münchner Gesellschaft, sondern auch im ganzen Freistaat. Um dies nachzuweisen, muss man nur regelmäßig die Münchner Presse lesen oder im Internet nachschauen. Die heutige Anwesenheit so vieler prominenter Gratulanten kann dies nur unterstreichen. Kein Wunder also, dass die heutige Laudatio von S. Eminenz, Friedrich Kardinal Wetter gehalten wird, und Grußworte von Herrn Landesbischof Dr. Friedrich, von der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Frau Knobloch, vom Präsidenten des Bayerischen Landtags, Herrn Glück, von Herrn Staatsminister Dr. Goppel, von Herrn Oberbürgermeister Ude und nicht zuletzt von der griechischen Generalkonsulin Frau Korka meinem eigenen folgen werden. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank.

Als ich vor 35 Jahren Vater Apostolos kennen lernte, habe ich ihn unterschätzt – das muss ich hier in aller Ehrlichkeit gestehen. In meinen Augen war er damals ein 25jähriger junger Mann, der den Eifer, den die Jugend verleiht, besaß. Es ist jener Eifer, den man von allen neu geweihten Priestern erwartet. Damals dachte ich, dass dieser Eifer in ein paar Jahren verweht sein wird, dass Vater Apostolos also von der Realität eingeholt wird. Ich wurde eines besseren belehrt: auch heute noch stehe ich völlig überrascht da, so wie es mir jedes Mal passiert ist, wenn ich ihm seitdem begegnete. Denn in diesem 60jährigen sehe ich immer noch den gleichen Eifer des damaligen 25jährigen: immer noch voller Willenskraft, immer noch voller neuer Ideen, immer noch voller Schaffenskraft – Gott sei Dank! Über das, was ich vor 35 Jahren dachte, muss Gott damals sehr gelacht haben!

Von seinen Verdiensten haben wir in der Laudatio gehört. Dies sind allerdings – gestatten Sie es mir, Eminenz – nur jene Verdienste, die Sie und wir kennen. Wenn man seine Gemeindemitglieder, die damaligen von Ludwigshafen und Mannheim und die heutigen von München, oder seine Schüler nach Vater Apostolos fragt – bei Gelegenheit habe ich es getan – entdeckt man immer neue Facetten seines Dienstes und seines Verdienstes. Immer lächelnd, immer hilfsbereit, immer dabei: dies fällt allen sofort ein. Jeder aber hat auch eine eigene Geschichte, die er mitteilen will, über das, was für ihn der liebe Vater Apostolos bedeutet. Viele von ihnen sind heute unter uns, Sie können sich selbst von ihnen überzeugen lassen.

Wenn es nur um sein sozusagen internes Wirken ginge, seine Tätigkeit also im Bereich seiner griechischen Landsleute und seiner orthodoxen Mitchristen, hätte man diese Feierstunde nicht in dieser Form ausgerichtet. Die Anwesenheit auch so vieler nicht-griechischer und nicht-orthodoxer Freunde beweist aber, dass die Zugänglichkeit seiner Person ebenso wie sein Durchsetzungswille ihn zum Freund vieler Freunde gemacht haben; Freunde, die aus der Ökumene, aus der Wissenschaft, aus der Politik und Gesellschaft kommen. Und diese Freunde sind durch ihn zu Freunden unserer Kirche, ihrer Gläubigen, unserer Landleute geworden. So kann ich sagen: mit Vater Apostolos und durch ihn sind wir hier beheimatet und setzen die aus der Vergangenheit stammende griechisch-bayerische Freundschaft fort. Dies verstehe ich nicht zuletzt als gelungene Integration und als gemeinsames Bemühen zum Zusammenwachsen des geeinigten Europas der Völker und der Kulturen.

Eine griechische Weisheit besagt, dass hinter jedem großen Mann eine große Frau steckt. Athanasia verkörpert das „ipsum Ego“ von Vater Apostolos. Was man von ihm sagen kann, gilt auch für sie: sie ist die Frau an der Seite des Mannes, die Mutter der Kirchengemeinde an der Seite des Vaters. Ohne eine weitere Diskussion anfangen zu wollen, muss ich mich fragen, wozu wir denn eine Frauenordination bräuchten. Es gibt sie doch schon!

Vater Apostolos und Athanasia bezeugen uns, dass die Kirche kein bloßes Ornament ist, das einen dekorativen Charakter hat und unser Leben mit einem religiösen Zuckerguss schmücken soll. Nein, Kirche lebt und wirkt in der Mitte der Gesellschaft; anders gesagt: sie ist nicht ein Teil unseres Lebens, sondern sie ist das Leben selbst.

Von ganzem Herzen möchte ich in dieser Stunde Vater Apostolos sowie seiner Frau Athanasia – und natürlich ihren Töchtern – für alles sehr herzlich danken. Was Ihr für uns getan habt, möge unser dreieiniger Gott Euch vergelten. Meine Segenswünsche für Gesundheit und Tatkraft sollen Euch immer begleiten, damit Ihr noch viele, viele Jahre bei uns seid.

Denn, lieber Apostolos, liebe Athanasia, wir brauchen Euch noch lange!

Gott segne Euch und uns alle!
 


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