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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

bei der Eröffnung der Tagung
der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

(Bonn, 7.-8.6.2002)

* * *

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder in Christus!

Im Namen des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland und der gesamten Bundes-ACK grüße ich Sie und heiße Sie zu dieser Tagung, die gemeinsam von der Bundes-ACK und der ACK in Baden-Württemberg veranstaltet wird, herzlich willkommen.

Das Thema unserer Tagung ist nicht nur aus gesellschftspolitischer und ökölogisch-ethischer, sondern auch aus ökumenischer Sicht sehr aktuell, geht es doch dabei zum einen um die Ausarbeitung der theologischen und anthropologischen Grundlagen einer vom christlichen Glauben geprägten Betrachtung der Schöpfung, ja des ganzen Kosmos und der zweifellos vorhandenen, akuten Umweltkrise, und zum anderen um das Bemühen aller Kirchen, diese Krise gemeinsam anzugehen und zu einem an dem Willen Gottes orientierten und gerechten Umgang mit der Schöpfung zu gelangen.

Als konkretes Ziel der Tagung wird im Untertitel des Tagungsthemas der Versuch genannt, nach Möglichkeit zu einem gemeinsamen Tag der Schöpfung zu kommen. Bekanntlich wird im liturgischen Leben aller Kirchen auf die eine oder anderen Weise der Schöpfung gedacht, Christen aller Konfessionen gedenken in ihren Gebeten und aus verschiedenen Anlässen der "guten Schöpfung" Gottes und preisen ihn als den Urheber des Kosmos und des Universums und als den Geber aller Güter. Gott ist, wie wir in der orthodoxen Liturgie sagen, „o Dotir ton agathon“ der Geber alles Guten und aller Güter.

Nun wissen wir, dass in unseren Kirchen diesem Thema nicht überall die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird und auch dass die Kirchen zu unterschiedlichen Terminen und Tagen im Ablauf des Kirchenjahres der Schöpfung, wenn auch mit unterschiedlicher Akzentuierung, gedenken und einen "Tag der Schöpfung" feiern.

Unsere orthodoxe Kirche, allen voran das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel, misst seit Jahrzehnten diesem Thema eine zentrale Bedeutung bei. Ihnen ist sicherlich bekannt, dass die Synode des ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel auf Initiative des verstorbenen Patriarchen Dimitrios im Jahr 1989 den 1. September, der zugleich der Beginn des orthodoxen Kirchenjahres ist, zum "Tag der Schöpfung" erklärte und die übrigen orthodoxen und alle Kirchen dazu aufgerufen hat, "jedes Jahr an diesem Tag in Gemeinschaft mit der heiligen Mutter Kirche, der Großen Kirche Christi, zum Schöpfer der Welt mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und ihre Erlösung zu beten."

Eigens für diesen neuen orthodoxen liturgischen Tag wurden zwei liturgische Ordnungen mit Gebeten und Hymnen ausgearbeitet. Fortan führt das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel in regelmäßigen Abständen und in Zusammenarbeit mit weltweit anerkannten internationalen Persönlichkeiten, wie z.B. dem Herzog von Kent so genannte "Ökologische Symposien", auf denen die verschiedenen Aspekte der Schöpfungsthematik bearbeitet werden. Das Thema "Schöpfung", vor allem unter dem Aspekt der ökologischen Krise und des Umweltschutzgedankens wird auch in den jüngsten Botschaften der Vorsteher aller orthodoxen autokephalen Kirchen angesprochen, so z.B. 1992 in Konstantinopel und 1995 auf der Insel Patmos (1900jähriges Patmos-Jubiläum). Auch die Bischofssynode der Russischen Orthodoxen Kirche hat sich auf ihrer Milleniumstagung im August 2000 in ihrer Erklärung "Grundlagen der Sozialkonzeption der Russischen Orthodoxen Kirche“ mit diesem Thema befasst und dabei u.a. auf das Prinzip der Einheit und Integrität der von Gott geschaffenen Welt, auch in Fragen der Ökologie hingewiesen.

Der derzeitige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios, misst der Schöpfungsthematik und dem Umweltschutzgedanken einen hohen Rang zu, wofür er weltweit große Anerkennung findet. In Anerkennung seiner Verdienste um den Schutz der Umwelt wurde ihm in diesem Jahr der mit 100.000 Dollar dotierte norwegische "Sophie-Preis" verliehen,

So freue ich mich über das Zuatandekommen dieser Tagung und dass wir dafür drei nahmhafte-Referenten, den erfahrenen und weltweit anerkannten Ökumeniker, Prof Dr. Lukas Vischer aus Genf, Dr. Michael Rosenberger aus Würzburg, und den Akademiedirektor aus Kreta, Dr. Alexandros Papaderos, haben gewinnen können. Ganz besonders freue ich mich natürlich darüber, dass Dr. Papaderos, unter uns ist. Dr. Papaderos ist für sein Engagement in der weltweiten Ökumene sehr bekannt und wird hoch geschätzt. Als orthodoxes Mitglied IM Zentralauschuss der Konferenz Europäischer Kirchen, die sich mit der Schöpfungsthematik mehrfach befasst hat, ist er mit der Materie bestens vertraut. Wie sehr ihm diese Thematik am Herzen liegt beweist auch die Tatsache, dass auf seine Initiative hin in der Orthodoxen Akademie von Kreta das Institut für Theologie und Ökologie gegründet wurde, welches in der jüngsten Vergangenheit mehrere internationale Pachtagungen zu dieaern Thema veranstaltet hat.

So hoffe und wünsche ich mir zusammen mit den anderen Mitgliedern des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, dass diese Tagung uns und unsere Kirchen in den Fragen von Schöpfung, Ökologie und Umwelt einander näher bringt, und dass es uns gelingen wird, uns auf einen Termin für eine gemeinsame Feier eines Tages der Schöpfung zu einigen.

Ich wünsche uns allen einen guten Verlauf der Tagung.


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