(Speyer, 2.3.2008)
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Exzellenz, verehrter Bischof von Speyer, geliebter Bruder in Christo,
besonders freue ich mich, am Tag Ihrer Amtseinführung hier sein zu dürfen und Sie im Namen meiner Kirche, des Ökumenischen Patriarchates, im Namen meiner Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland sowie im Namen der Kommission aller orthodoxen Diözesen in Deutschland beglückwünschen zu können.
Die Geschichte Ihres Bistums geht bis ins vierte Jahrhundert zurück. Diese wunderbare, weltberühmte Kathedrale, ein Werk des 11. Jahrhunderts, ist das großartige steinerne Denkmal, das einen Bischof der orthodoxen Kirche zwangsläufig an das Schisma des 11. Jahrhunderts und die Entfremdung zwischen Ost und West erinnert. Heute sind wir glücklicherweise Zeugen einer neuen Verständigung, des Dialogs der Liebe und der Wahrheit, dem die großen Kirchenführer Papst Paul VI. und Ökumenischer Patriarch Athenagoras den Weg gebahnt haben. Dass ich Ihnen heute an diesem Ort zu Ihrer Inthronisierung gratuliere und Ihnen zugleich die Glückwünsche des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios überbringe, ist also mehr als nur eine protokollarische Handlung.
Dieser Tag in Speyer erinnert uns an die in unserer schnelllebigen Zeit mit ihrem kurzen Gedächtnis fast vergessene Geschichte der einen Kirche des ersten Jahrtausends, deren Bezug zum gegenwärtigen internationalen Dialog zwischen unseren Kirchen hochbrisant ist. Das verstehen wir alle, wenn wir in diesen Tagen mit Freude und mit innerer Bewegung die Erklärung lesen, die die Gemeinsame Kommission für den theologischen Dialog zwischen unseren Kirchen im Oktober vergangenen Jahres in Ravenna verabschiedet hat.
Anders als jede menschliche Institution ist die Kirche ein Organismus, in dem die Geschichte immer präsent ist, weil die Vergangenheit der Kirche nicht vergeht. Ich sage das mit dem Bewusstsein eines Bischofs, der den Namen des großen westlichen Kirchenvaters Augustinus als eine Verpflichtung und eine Auszeichnung versteht. In diesem Sinn möchte ich Ihnen und uns allen, die wir die Freude teilen, hier versammelt zu sein, sagen: Wir Orthodoxe kommen hierher nicht als Fremde, sondern als Träger und Zeugen einer gemeinsamen Herkunft und der Einheit, zu der wir im Heiligen Geist berufen und befähigt sind.
Geliebter Bruder im Herrn,
der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat mich beauftragt, Ihnen dieses Kreuz zu überreichen als Zeichen der Liebe und der Verbundenheit mit Ihnen und Ihrer Diözese. Die Form dieses Brustkreuzes ist einem Kreuz nachgebildet, das sich als Mosaik in der Hagia Sophia in Konstantinopel befindet.
Somit wünsche ich Ihnen Gottes Segen für Ihre Arbeit in dem Weinberg, den Gott Ihrer Sorge anvertraut hat.
Åéò ðïëëÜ Ýôç! Ad multos annos!
Metropolit
Augoustinos von Deutschland
und Exarch von Zentraleuropa