zur Landessynode
der Evangelischen Kirche
im Rheinland
(08.01.2007)
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Es ist mir eine große Freude, dass ich in diesem Jahr auf der Tagung Ihrer Landessynode unter Ihnen sein kann! Herrn Präses Schneider der Evangelischen Kirche im Rheinland danke ich sehr herzlich für die Einladung, hier als Gast zu sein. Diese Einladung wird von uns nicht nur als eine nun schon lieb gewordene ökumenische Sitte angesehen, vielmehr ist jede Teilnahme immer aufs neue eine Ermutigung und Anregung für die eigene kirchliche Arbeit. Indem wir Ihre Überlegungen und Beschlussfassungen auf der Synode miterleben, lernen wir die Theologie und Geschichte Ihrer Kirche immer besser kennen und verstehen
Ein Schwerpunktthema Ihrer Synodaltagung ist diesmal die "Familiengerechtigkeit". Das Thema der Familie ist sicherlich ein seit langem dringendes Thema, das in mehr als einer Hinsicht in diesem Lande aktuell zu sein scheint und immer aufs Neue diskutiert wird. Die Kirche ist stets gefragt, in Verkündigung, Unterricht und Seelsorge ihren Beitrag dazu zu leisten und gewiss auch ganz offiziell auf einer Synode. Auch auf der Synode der EKiD 2006 war Gerechtigkeit ein Hauptthema, das aus dem biblischen Buch der Sprüche genommen war: "Gerechtigkeit erhöhet ein Volk" -, im Bibeltext heißt es dann weiter: "Aber die Sünde ist der Leute Verderben". Das ist eine Spruchweisheit, die für manches Volk und für viele Menschen im Laufe der Geschichte entweder eine erhebende oder sehr bittere Wahrheit geworden ist. Wenn die Bibel von Gerechtigkeit spricht, ist in erster Linie die Gerechtigkeit Gottes gemeint, die viel umfassender ist als unser schmales juristisches und soziologisches Verständnis von Gerechtigkeit. Gottes Gerechtigkeit ist Gottes Handeln zum Heil des Menschen, und deshalb ist sie hier auch im Gegensatz zur Sünde, zur Abwendung des Menschen von Gott gesetzt. Die eigentliche Problematik von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit liegt daher im Menschen beschlossen, der sich von Gott getrennt hat. Erst der mit Gott versöhnte Mensch, die neue Schöpfung in Christus kann diese Problematik wirklich lösen. Die neue Kreatur in Christus, die bereits in dieser Welt ihren Anfang nimmt, zeigt uns, dass nur die Kräfte von Glauben, Liebe und Hoffnung in Christus unter uns wahrer Gerechtigkeit Raum schaffen können. Das und nur das kann eine tragende Basis kirchlicher Soziallehre sein, die auf jeden Fall über die Grenzen der Immanenz hinausreichen muss.
Eine solche Erkenntnis kann in all den zahlreichen Bemühungen um Gerechtigkeit in Theorie und Praxis wirklich helfen. Mögen alle Ihre Beratungen und Überlegungen auf dieser Synodaltagung zu Ergebnissen führen, die tatsächlich zum Wohle der Menschen sind und uns alle zur Gerechtigkeit Gottes weisen uns erhöhen.
Ihnen und uns allen wünsche ich eine in diesem Sinne erfolgreiche Synodalarbeit sowie den Schutz und Segen des Dreieinen Gottes.