beim Empfang aus Anlass der Gründung
der Griechischen Akademie
(München, 5. Juli 2004)
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Mit dem Werden eines modernen Staates in Griechenland begannen auch die engeren Beziehungen zwischen Hellas und Bayern. Dieses Bundesland Deutschlands war stets ein Ort, wo der Philhellenismus sich entwickeln und gedeihen konnte, - und ist es noch heute. Sicherlich liegt die Wurzel dieser Griechenfreundschaft vor allem im politischen Geschehen des griechischen Freiheitskampfes. Aber bereits im fortschreitenden 19.Jahrhundert sind diese Beziehungen auch auf Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung ausgeweitet. Im 20. Jahrhundert hatten sie dann Zeit, zu wachsen und sich zu festigen. Dennoch brauchen sie immer wieder Anstöße, damit sie sich neu beleben.
Als einen solchen Anstoß, ja fast einen Aufbruch möchte ich das bezeichnen, was wir hier heute feierlich begehen: Die Gründung der GRIECHISCHEN AKADEMIE e.V. in München.
Griechen und Deutsche haben sich zusammengetan, um das Gespräch auf den Gebieten der Kultur und Kunst, in Bildung und Religion, aber auch in Politik und Wirtschaft zu fördern und zu intensivieren. In enger und steter Zusammenarbeit wird ein solcher Dialog in mannigfachen Veranstaltungen stattfinden unter besonderer Berücksichtigung der griechischen Geschichte, der griechischen Sprache, des gesamten griechischen Kulturgutes überhaupt.
Für die griechisch-orthodoxe Kirche steht die Mitwirkung nicht in Frage. Vom ersten Tage ihres Bestehens an haben unsere Kirchengemeinden, hat unsere Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland in diesem Sinne gearbeitet. Als Kirche mussten wir uns in diesem Land und Volk integrieren, um unseren griechischen Landsleuten in Deutschland bei einer sinnvollen Integration zu helfen.
Wie stets im Laufe ihrer Geschichte hat unsere Kirche auch die kulturelle Aufgabe sehr ernst genommen. Nicht nur das jahrelange Bemühen um die Salvatorkirche, sondern auch das Geistliche Zentrum der Allerheiligenkirche weisen auf ein lebendiges und fruchtbares geistliches Wirken hin. Andererseits zeigt uns das Entstehen der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie an
der Ludwig-Maximilians-Universität, dass es gelang, etwas zu schaffen, was für West- und Mitteleuropa bisher einmalig und vorbildhaft ist. Deshalb soll sie bestehen bleiben und vielleicht sogar zur vollen Fakultät erweitert werden.
Alles dies war und ist natürlich nur möglich auf der Basis einer deutschen Ökumene, die sich im 20. Jahrhundert in den Höhen und Tiefen der Geschichte Deutschlands bewährt hat.
In der ökumenischen Gemeinschaft der christlichen Kirchen in Deutschland wurde unsere Metropolie vom Tage ihrer Errichtung an bereitwillig, helfend und respektvoll aufgenommen. Die Zusammenarbeit erfolgte lokal, regional und auf Bundesebene. Dabei erwies sich die Ökumene als ein wirksames Mittel gegenseitiger Annäherung, immer besseren Kennenlernens und friedlichen Zusammenlebens. Im Hinblick auf diese Eigenschaften scheint mir die Ökumene auch tauglich auf säkularem Gebiet und könnte uns helfen beim Zusammenwachsen der europäischen Völker oder - um an den Ausgangspunkt meiner Rede zurückzukommen - bei der Verwirklichung der GRIECHISCHEN AKADEMIE in München.
Die GRIECHISCHE AKADEMIE München und alle, die dafür arbeiten, grüße ich mit
meinen Segenswünschen!