für den Jahresempfang der
Metropolie
(Bonn, 11.06.2002)
Alle Gäste, die unserer Einladung zur Feier des Namenstages Seiner
Allheiligkeit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios gefolgt sind,
heiße ich mit einem herzlichen Dank für Ihr Kommen und mit meinen
Segensgrüßen in der Metropolie willkommen.
Mit ganz besonderer Freude begrüße ich den Hochwürdigsten
Herrn Bischof von Würzburg, Professor Dr. Paul-Werner Scheele, der sich
trotz seiner zahlreichen anderen Verpflichtungen bereiterklärt hat, heute
hier zu uns zu sprechen.
Das geschieht in einem historischen Augenblick, da zum ersten Mal nach
1200 Jahren der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel in der byzantinischen
Basilika Sant Apollinare in Ravenna eine orthodoxe Göttliche Liturgie
feierte. Die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen und der orthodoxen
Kirche werden damit erneut verbessert und vertieft. Noch stärker kommt
das in einer gemeinsamen Erklärung von Papst Johannes Paul II. und Patriarch
Bartholomaios I. zum Ausdruck. Diese "Erklärung von Venedig zur Bewahrung
der Schöpfung" betont angesichts der ökologischen Krise der Welt
die Notwendigkeit einer ökologischen Ethik. Patriarch Bartholomaios bezeichnete
die gemeinsame Unterschrift unter dieses Dokument als einen Moment von großer
symbolischer Bedeutung und nannte den Papst seinen älteren Bruder, den
er herzlich umarme. In Rom sagte der Papst, dass dieser Besuch des Patriarchen
in Ravenna und Venedig "die beiden Kirchen auf ihrer Suche nach Gemeinsamkeit
und Einheit vorantreibe".
Hier in Deutschland komme ich in der Zusammenarbeit für unsere beiden
Kirchen und im gemeinsamen ökumenischen Bemühen um eine theologische
Verständigung über die Fragen und Probleme, die uns in der Deutschen
Bischofskonferenz und der Griechisch-Drthodoxen Metropolie bewegen, seit Jahren
regelmäßig mit Bischof Scheele zusammen.
Diese ökumenischen Arbeitstagungen gehören für mich zu einem
hoch befriedigenden und fruchtbaren theologischen Dialog, der aber auch stark
auf die Praxis bezogen ist. Für diese intensive gemeinsame Arbeit bin
ich Bischof Scheele von Herzen dankbar. Die Bereitschaft, mit einer Ansprache
der hier versammelten ökumenischen Gemeinde zu dienen, ist auch ein Ausdruck
seiner ökumenischen Gesinnung. Das Thema seiner Rede ist der Glaubenssatz
von der "communio sanctorum", der augenblicklich in den christlichen Kirchen
in Deutschland erörtert und bedacht wird. Ich bin sicher, dass Bischof
Scheele uns den ganzen Reichtum der "communio sanctorum" im Sinne der Zeugen
des Glaubens und der Liebe vor Augen stellen wird. Mit der ihm eigenen Sorgfalt
in exegetischer und theologischer Arbeit wird er uns diese Seite der Gemeinschaft
der Heiligen und ihre Bedeutung auch für uns heutige Christen und unseren
Glauben zusammenfassen. Darüber hinaus kann uns dieser Kirchenraum mit
seinen Ikonen die "Wolke der Zeugen" in eindrucksvoller Weise anschaulich
machen.
Nach dem Vortrag sind wir alle zu einem Stehempfang im Saal gebeten!
Und nun freue ich mich sehr auf den Vortrag und möchte Sie, lieber
Bruder in Christo, bitten, das Wort zu nehmen.