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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

für den Jahresempfang der Metropolie

(Bonn, 11.06.2003)

Exzellenzen, hochwürdige Herren, liebe Schwestern und Brüder in Christo, liebe Freunde der Metropolie,

mit großer Freude heiße ich Sie alle zum diesjährigen Jahresempfang unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland herzlich willkommen! In unserer Metropolitankathedrale haben wir uns zur Doxologie am Namenstag des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. versammelt und gedenken an diesem Tag unseres Patriarchen in tiefer Dankbarkeit und Liebe.

Es macht mich glücklich, daß Sie wiederum so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind. Wie in jedem Jahr sind Deutsche und Griechen, und auch noch andere Nationalitäten, hier zusammengekommen. Das ist ein Zeichen für eine gelungene Intergration unserer griechischen Kirche in Deutschland.

In diesem Jahr können wir auf vierzig Jahre des offiziellen Bestehens dieser Metropolie des Ökumenischen Patriarchats zurückblicken. Wir haben nicht die Absicht, dieses Jubiläum in besonderer Weise zu feiern, sind uns aber sehr bewußt, daß die Enstehung, das Wachstum und die Existenz dieser Metropolie ein Wunder Gottes ist. Er hat Menschen erweckt, die mit Entschlossenheit, Tatkraft, Zähigkeit und Glaubensstärke die Aufgaben angepackt haben, die vor vierzig Jahren wie ein hoher Berg vor uns lagen. Gott hat uns Gemeinden geschenkt, die sich um ihre Priester scharten und mit ihnen zusammen ihre Kräfte eingesetzt und viele Opfer gebracht haben, damit an zahlreichen Orten in Deutschland regelmäßig Gottesdienste gefeiert werden konnten und schließlich auch Kirchengebäude und Geistliche Zentren entstanden. Und wir werden nie vergessen, wie die evangelische und die katholische Kirche uns nicht nur materiell, sondern auch ideell geholfen haben, so daß sich ein blühendes kirchliches Leben entwickeln konnte. Auch an staatlicher Hilfe hat es auf allen Ebenen nicht gemangelt. Wir wissen gut, daß das alles durchaus nicht selbstverständlich war und ist, und wir sind immer wieder aufs Neue von tiefer Dankbarkeit gegenüber dem gnädigen Gott und gegenüber so vielen Menschen erfüllt, die selbstlos und sachlich, aber doch im wahren Sinn des Wortes begeistert mit uns gearbeitet haben und uns tatkräftig in allem Tun unterstützten. Eine ganz Reihe dieser Menschen sind bereits von Gott aus dieser Welt abberufen, darunter Priester der “ersten Stunde”, Geistliche und Theologen aus den Schwesterkirchen, aber auch Laienchristen aus allen Kirchen. Sie alle gehören zur Geschichte unserer Metropolie und sind bei uns unvergessen.

Viele von uns sind gerade vom ersten großen Ökumenischen Kirchentag in Berlin gekommen. Deshalb möchte ich in diesem Augenblick auch die Ökumene nicht unerwähnt lassen. Die griechisch-orthodoxen Christen sind in der deutschen Ökumene von Anfang an ganz selbstverständlich als Mitglieder der ökumenischen Gremien auf allen Ebenen mit großer Hilfsbereitschaft aufgenommen worden. Sicherlich, das Ökumenische Patriarchat arbeitete im 20. Jahrhundert in der Weltweiten Ökumene initiativ und maßgeblich mit und gehört zu den Gründungskirchen des Ökumenischen Rates; dennoch war es nicht selbstverständlich, daß wir überall so vorbehaltlos willkommen geheißen wurden. Auch dafür möchte ich danken und versichern, daß wir die ökumenische Gemeinschaft bejahen und von uns aus gern pflegen und intensivieren.

Ein Zeichen dafür ist die Tatsache, daß wir an unseren Jahresempfängen gern Vortragende aus den christlichen Schwesterkirchen zu Wort kommen lassen. Im vergagenen Jahr sprach von dieser Stelle aus Prof. Dr. Paul-Werner Scheele, Bischof von Würzburg, über die Gemeinschaft der Heiligen, ―ein wichtiger Vortrag, der uns in nachhaltiger Erinnerung ist. In diesem Jahr hat sich zu unserer großen Freude Herr Prälat Dr. Stephan Reimers vom Büro der EKD bei der Bundesregierung bereiterklärt, uns mit einem Vortrag über die sozialanwaltliche Rolle der Kirche zu dienen. Ich möchte Herrn Prälaten Dr. Reimers sehr herzlich begrüßen und danke ihm für sein Kommen und für die Bereitschaft, zu uns zu sprechen. Und nun möchte ich Sie, Herr Prälat, bitten, das Wort zu ergreifen!


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