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GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

für den Jahresempfang der Metropolie

(Bonn, 14.06.2004)

Anlässlich seines Namenstages, den der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. vor drei Tagen feierte, hat die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland wiederum zu ihrem Jahresempfang gebeten.

Ich freue mich sehr, dass Sie der Einladung so zahlreich gefolgt sind, und heiße Sie alle herzlich willkommen!

In großer Freude und Dankbarkeit begrüße ich Seine Exzellenz Dr. Reinhard Marx, den Bischof von Trier, der sich freundlicherweise bereit erklärte, heute zu uns über das Thema "Europa - ein Beitrag für eine bessere Welt?" zu sprechen. Bischof Marx ist der 102. Bischof des Bistums Trier, das bereits im 3. Jahrhundert errichtet wurde und das älteste Bistum auf deutschem Boden ist. Allerdings gehörte die Stadt Trier, als sie gegründet wurde, zum Imperium Romanum, das damals noch ungeteilt nach Ost- und Westrom war. Trier ist uns bekannt als Verbannungsort des HI. Athanasios. Erst gegen Ende des ersten Jahrtausends gehörte Trier endgültig zum Reich.

Ich bin kein Spezialist für Trierer Kirchengeschichte, glaube aber doch, dass dieses Bistum innerhalb des Abendlandes für lange Zeit eine Brücke von West nach Ost, nämlich von der Gallischen zur Germanischen Kirchenprovinz bildete. Noch heute grenzt es an die Bistümer Lüttich und Metz, und an dass Erzbistum Luxemburg. Ohne Zweifel hat Trier während des gesamten Mittelalters und auch danach ideell und praktisch kräftig zur Bildung eines Europa beigetragen, so wie wir es heute wieder in noch erweitertem Umfang anstreben.

Denn wenn wir als christliche Kirche von Europa sprechen, so reden wir nicht im politischen, ökonomischen oder militärischen Sinn davon, sondern vielmehr von geistlicher, geistiger und kultureller Geschichte und Substanz seiner vereinigten Völker. Das Bistum Trier hat Jahrhunderte hindurch mit seinen zahlreichen blühenden Klöstern sowie durch die Pflege kirchlicher Kunst und der Wissenschaft und durch seinen Einfluss auf die politische Mitgestaltung des Reiches entscheidend zur Entstehung Europas geholfen. Deshalb bin ich besonders froh, dass wir heute den Bischof von Trier als Vortragenden zu diesem Thema unter uns haben.

Wenn Ost- und Westkirche im hohen Mittelalter und danach vor allem aus geschichtlichen Gründen getrennte Wege gingen, so wurden wir an der Wende zum zweiten Jahrtausend durch eine weltweite ökumenische Bewegung einander wieder näher gebracht. Nach meiner Überzeugung kann gerade die rechtverstandene und richtig praktizierte Ökumene eine vernünftige Integration bewirken, wie wir sie für Europa brauchen, - eine Integration nämlich, die vom Bewusstsein der je eigenen Identität ausgeht. Nur wer weiß, was und wer er eigentlich ist, kann sich wirklich integrieren, und allein eine solche Integration erscheint mir sinnvoll.

Ich hoffe, dass auch unser Zusammensein hier und heute ein Baustein sein kann für eine zunehmende Verständigung hin zu gegenseitigem Verständnis und zur wachsenden Vereinigung unserer Kirchen und Völker.

Deshalb noch einmal mein Dank an Sie alle für Ihr kommen, - und nun die Bitte an Sie, Exzellenz, das Wort zu ergreifen!


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