[Zurück zur vorigen Seite]


GRUSSWORT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

zum Jahresempfang 2010
der Griechisch-Orthodoxen Metropolie
von Deutschland

(Bonn, 10.6.2010)

* * *

Verehrte, liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst,
verehrte Festversammlung!

Auch in diesem Jahr begrüße ich Sie zum Jahresempfang unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, der traditionsgemäß anlässlich des Namenstages Seiner Allheiligkeit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios stattfindet und so viele Freunde unserer Metropolie in dieser Kirche versammelt. Ich begrüße Sie alle, Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen, des deutschen und des griechischen Staates, der Bundesstadt Bonn, des öffentlichen Lebens und der Presse, in  gleicher Verbundenheit und Herzlichkeit. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich Sie in dieser allgemeinen Art und Weise anspreche und nur einen einzigen Gast namentlich begrüße. Es handelt sich um unseren heutigen Festredner, Bischof Dr. Stephan Ackermann von Trier, den ich besonders willkommen heiße.

Gestatten Sie mir, dass ich Sie vor dem Festvortrag auf eine kalendarische Besonderheit hinweise: zwei Apostel sind es nämlich, welche die orthodoxe Kirche am 11. Juni feiert. Neben Bartholomäus ist dies der Apostel Barnabas, dessen Fest auch in der Kirche des Westens am gleichen Tag erhalten geblieben ist. (Das Fest des hl. Bartholomäus ist im Westen auf den 24. August gewandert, auf ein Datum, das bei uns ebenfalls gefeiert wird, allerdings als Tag der Übertragung seiner Reliquien.) Barnabas ist uns in diesen Tagen erneut ins Bewusstsein gekommen, als Papst Benedikt XVI. vor einigen Tagen Zypern besuchte und am Grab des Heiligen betete. Wir haben diesen Besuch mit großer Aufmerksamkeit und mit großer Freude beobachtet. Wir die orthodoxen Christen in Deutschland sind froh, dass es weitergeht in der Ökumene und ich glaube, man kann in diesem Zusammenhang von einem gesegneten Jahr 2010 sprechen. Für uns in Deutschland ist da unbedingt auch der 2. Ökumenische Kirchentag zu nennen, der im vergangenen Monat in München stattfand, oder die bevorstehende Einführung der ökumenischen Feier des Schöpfungstages, die von allen Mitgliedskirchen der ACK in Deutschland beschlossen wurde und für mich – neben der Schöpfungsthematik – auch eine Brücke zwischen dem christlichen Westen und Osten darstellt. Auch Patriarch Bartholomaios hat übrigens ebenfalls vor kurzem einen wichtigen Besuch gemacht, als er das Moskauer Patriarchat besuchte und – wie wir hören – viele gute Fortschritte im innerorthodoxen Miteinander erleben durfte.

Vielleicht werden die Kirchenhistoriker es irgendwann einmal analysieren und zum Ergebnis kommen, dass es in den Zeiten vieler äußerer Schwierigkeiten innerhalb des Christentums zu einem spirituellen Wachstum kam, dass Rückbesinnung und Zueinanderfinden zur Antwort auf Bedrängnis und Krise wurden.

Ich will aber, Ihren Ausführungen, lieber Bischof Stephan, nicht vorgreifen und bitte Sie deshalb jetzt um Ihr Wort!


[Zurück zum Seitenanfang]

[Zurück zur vorigen Seite]