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Osterbotschaft 2001

des Metropoliten Augoustinos
 von Deutschland
und Exarchen von Zentraleuropa

Liebe orthodoxe Christen in Deutschland!

Ostern ist das Fest der Freude darüber, dass das Leben den Tod besiegt hat. Wir alle empfangen das heilige Licht. Wir alle singen das Ostertroparion "Christus ist erstanden", nehmen teil am Gottesdienst der Osternacht und kehren erfüllt von Glaube, Hoffnung und Liebe in unsere Häuser zurück, um dort an der festlichen Tafel das Fest der Freude fortzusetzen. Lasst uns nun in aller Kürze und mit Hilfe der liturgischen Texte dieses Festes die Bedeutung der liturgischen Handlungen dieser Nacht erhellen.

Als erstes vernehmen wir den Ruf des Priesters: "Kommt und empfangt das Licht von dem anbendlosen Licht und preist Christus, den von den Toten Auferstandenen!" Das Licht, das wir von der Kerze des Priesters empfangen, ist kein beliebiges Licht. Es ist vielmehr das abendlose, das nie verlöschende Licht, dessen Glanz nicht vergeht. In diesem Moment ist alles von Licht erfüllt: der Himmel, die Erde und die Unterwelt. Die ganze Schöpfung feiert heute Christi Auferstehung. Die Nacht wird zum Tag, und das All ist von Freude erfüllt.
Warum solche Freude? Weil das Grab Christi leer ist. Auch wir sehen das Grab. Doch anders als die myrontragenden Frauen werden wir nicht, wie es der Evangelist Markus uns berichtet, von Schrecken, Entsetzen und Furcht befallen. Wir besingen stattdessen zum österlich heiteren Klang der Glocken die ewig erschütternde Neuheit der Auferstehung. Es ist kein Zufall, dass wir von heute ab vierzig Tage lang wieder und wieder das Ostertroparion singen, das bei aller Kürze den Sinn unseres Daseins prägnant zum Ausdruck bringt: "Christus ist erstanden von den Toten und hat den Tod durch den Tod zertreten und denen in den Gräbern das Leben geschenkt."

Der heilige Apostel Paulus sagt uns, dass unser Glaube bedeutungslos und alles sinnlos wäre, wenn Christus nicht von den Toten auferstanden wäre. "Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann ist unser Glaube leer, dann seid ihr noch in euren Sünden" (1 Kor 15,19). Doch die Wahrheit ist die, die wir besingen. Großartig beschreiben die Auferstehungshymnen den Sieg Christi: Er hat den Tod getötet. Er hat die Kraft seiner Herrschaft vernichtet und getilgt. Er hat ihn erbittert und aufstöhnen lassen. Er hat sein Herz verwundet. Er hat seine Fundamente erschüttert. Er hat unsere Fesseln gesprengt. Er hat uns aus der Verwesung befreit. Er hat die Gräber geleert und uns aus der Finsternis ins Licht, aus dem Tod ins Leben, von der Erde in den Himmel versetzt. Er hat uns die wahre Erlösung geschenkt. Seine allen Trost schenkende Verheißung hat sich als wahr erwiesen: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,20).

Nach der Auferstehung Christi ist nichts mehr so, wie es vorher war. Der Tod hat seine absolute Macht verloren. Die Ewigkeit, die die Menschen aller Zeiten unterschiedslos ersehnen, ob sie es eingestehen oder nicht, ist nicht länger ein trügerischer Traum, sondern handgreifliche Wirklichkeit. Für Verzweiflung ist kein Raum mehr in unseren Herzen. Christus selbst gibt uns die Gewissheit: "Wer mein Wort hört und Dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist schon vom Tod zum Leben übergegangen" (Jo 5,24). Und der Apostel Paulus fügt hinzu: "Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, dass ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, welche in Jesus entschlafen sind, mit Ihm führen" (1 Thess4,13f.).

Lasst uns also alle gemeinsam singen: "Die Auferstehung Christi haben wir geschaut...! " Und lasst uns in der Göttlichen Liturgie Christus Dank sagen, erfüllt von Dankbarkeit für seine einzigartige und unvergleichliche Gabe: das ewige Leben, das Leben ohne Schmerz, ohne Traurigkeit und Tränen, das die Kraft hat, auch noch dem unbedeutendsten Moment unserer Alltäglichkeit Sinn zu verleihen.

Wir danken Dir, Herr der Herrlichkeit, für den festen Glauben und die unerschütterliche Gewissheit, die Deine Liebe uns schenkt. Hilf auch uns, Dich ungeheuchelt zu lieben - denn dann und nur dann können wir schon jetzt die Schönheit des Paradieses kosten.

Ostern 2001

In väterlicher Liebe

+ Metropolit Augoustinos von Deutschland
 


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