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Osterbotschaft
2007

des Metropoliten Augoustinos
 von Deutschland
und Exarchen von Zentraleuropa

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"Brannte uns nicht das Herz in der Brust,
als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?"
 (Lk 24, 32)

Liebe orthodoxe Christen in Deutschland!

In dieser Stunde sind wir alle in der Kirche versammelt, um das Licht der Auferstehung zu empfangen, den orthodoxen Hymnus Christus ist auferstanden zu singen, den österlichen Bruderkuss zu tauschen und die heilige Kommunion zu empfangen. Wir feiern die Auferstehung Christi. Die Gläubigen des ganzen Erdkreises unabhängig von Sprache, nationaler Identität und Hautfarbe, also wir alle, werden heute nicht müde, den Tod des Todes zu besingen! Der Tod, dieses unersättliche Ungeheuer, hat die Macht seiner Bosheit verloren, weil Christus ihn durch die Kraft seiner Liebe zum Menschen besiegt hat. Christus ist Mensch geworden, um uns die Erlösung nicht von aussen her, sondern als einer von uns zu schenken. Er hat den Tod erlebt, um uns endgültig von ihm zu befreien, eben da seine Liebe stärker als der Tod ist!

Ein jeder von uns stellt sich die Frage: Wie kann auch ich mich von der Todesangst befreien, die bis in mein Innerstes zu spüren ist, und wie kann ich die Freude auch meiner eigenen Auferstehung erleben? Ich antworte darauf: Gott ist für mich bis in den Abgrund des Todes hinabgestiegen, damit auch ich mit ihm als Sieger zur reinen Quelle des Lebens hinaufsteigen kann. Und weil die Liebe als Beziehung mindestens zwei Personen voraussetzt, ist es auch wichtig, diese Liebe Christi, der mich zuerst geliebt hat, erwidern zu wollen. Das ist die Schönheit der Liebe. Sie zwingt niemanden und wird niemandem aufgezwungen. Die Liebe erduldet alles, weiss still zu leiden, achtet die Freiheit des anderen und verliert nie den Glauben an ihn!

Ich meine, dass wir oft jenen zwei Jüngern ähneln, die am Tag der Auferstehung auf dem Weg in das Dorf Emmaus waren. Unterwegs haben sie den auferstandenen Herrn getroffen, ihn aber nicht erkannt. Sie waren traurig, weil der Zweifel an ihrem Glauben nagte. Christus zeigte ihnen aber, was für eine Torheit ein schwerfälliges Herz ist, ein Herz also, das nicht bereit ist, zu glauben oder der Liebe zu vertrauen. Und erst als Christus ihnen die Augen aufgehen liess, sagten sie zueinander: «Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?». Ein brennendes Herz! Das ist kein Symptom einer Krankheit sondern ein Zeichen von Gesundheit! Es ist das Gefühl, das die Gegenwart Christi mit sich bringt, wenn wir unsere Bequemlichkeit und unsere Ausreden am Rande unseres Lebensweges zurücklassen und Ihm vertrauen! Dann empfängt er uns zum Ostermahl in der Kirche, und wir kosten bis in unser Innerstes, wie gütig der Herr ist.

Von ganzem Herzen wünsche ich uns allen, dass die Flamme der Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen heute in unseren Herzen entzündet werde und nicht mehr erlöschen möge, damit auf diese Weise unser Leben voller Licht und Freude sei und bleibe!

 

Bonn, Ostern 2007

 

† Metropolit Augoustinos von Deutschland
und Exarch von Zentraleuropa


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