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KURZPREDIGT

des Metropoliten Augoustinos
von Deutschland

und Exarchen von Zentraleuropa

im
ökumenischen Gottesdienst
Thema der Ausländerwoche: Die Würde des Menschen ist unantastbar
(
Predigttext:  Apostelgesch. 2, 1-11 )

* * *

In der Biblischen Lesung dieses Gottesdienstes hörten wir den Bericht vom Pfingstereignis in Jerusalem. In diesem Ereignis beginnt die Erfüllung aller göttlichen Verheißungen des Heiligen Geistes, die in früheren Zeiten ausgesprochen worden waren. Bereits durch den Propheten Joel kündigte Gott die Ausgießung des Heiligen Geistes mit allen Zeichen göttlicher Kraft und Macht an. Johannes der Täufer, der Vorläufer Jesu, sprach von der Taufe mit Feuer und Geist, die der Christus vollziehen werde. Und Jesus selbst verheißt seinen Jüngern den Beistand des Heiligen Geistes, er verspricht ihnen, den Tröster zu senden, die Kraft aus der Höhe.

Zu Pfingsten nun bricht Gott mit Feuer und Sturmesbrausen in diese Welt ein. Die heilsgeschichtliche Wirkung des Gottesgeistes wird offenbar. Künftighin wird er sich in der Geschichte der christlichen Kirche durchsetzen. Denn der Heilige Geist bleibt nicht in der Sphäre des Göttlichen eingeschlossen. Er kommt in diese Welt, damit er die Menschen erleuchtet, verwandelt und heiligt. Die Menschen, die von Gott als sein Ebenbild geschaffen und nach ihrem Abfall von Gott durch Jesus Christus errettet und zu Gott zurückgebracht wurden, ruft er zu weltumfassender Gemeinschaft zusammen. Er fügt die Geretteten in den lebendigen Organismus der der Kirche, in den mystischen Leib Christi ein.

In diesen Tatsachen begründet sich die eigentliche und unantastbare Würde des Menschen, die im dreieinigen Gott ihre Ursache hat. Dabei ist wichtig und zu beachten, dass die Menschen nicht nur als Einzelpersonen oder als menschliche Gattung, sondern in eine wahre Gemeinschaft hinein geschaffen, erlöst und geheiligt werden. Der Bericht vom ersten christlichen Pfingstfest in Jerusalem zeigt uns das deutlich. Durch die Jahrhunderte der Kirchengeschichte setzt sich diese von Gott geheiligte Gemeinschaft fort; in jedem christlichne Gottesdienst geschieht sie aufs Neue. Dabei wirkt der heilige Geist Gottes unter den Menschen gegenseitiges  Verstehen im miteinander Unterwegssein und im gemeinsamen Handeln nach Gottes Willen nicht nur in dieser Welt, vielmehr lässt er uns Anteil haben an der umfassenderen Wirklichkeit Gottes, die über unsere begrenzte Welt und Vorstellung weit hinausgeht. Im Heiligen Geist erleben wir göttliche Realität, erfahren wir Gottes Kraft und Macht, geht göttliches Leben in uns ein.

Vor allem aber ist der Geist zum Heile des Menschen Zeuge der Wahrheit Gottes. Die rettende Gotteswahrheit, die der Geist uns erschließt und bezeugt, heißt Jesus Christus.  Dieser sagt ja von sich selbst "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Und beim Abschied von seinen Jüngern verheißt er ihnen den "Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht". Dieser Geist wird von Christus Zeugnis geben. Jesu tröstet die Zurückbleibenden: "Der Geist der Wahrheit wird kommen und euch in alle Wahrheit leiten."

Dieser Geist der Wahrheit soll nach Gottes Willen unser Leben bestimmen, ja er bestimmt es in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Für die Christen hat allerdings die Zukunft schon begonnen. Das Wirken des dreieinen Gottes in die Welt hinein schenkt uns bereits jetzt Wahrheit, Leben und Hoffnung, lässt uns teilhaben an der göttlichen Gemeinschaft.

Amen


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