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Mit diesem Freudengruß, mit dem wir einander grüßen, bewillkommnen
wir, im Herrn geliebte Brüder und Kinder, das Fest der Auferstehung unseres
Herrn Jesus Christus. Auch in diesem Jahr nehmen wir wieder teil an der Feier
der Auferstehung, in der und dank derer wir die Überwindung des Todes
und jeglicher Trauer erleben.
Wir fallen nieder vor unserem Herrn Jesus Christus, dem von den Toten Auferstandenen,
und danken Ihm, dass Er uns, die wir Ihn rechtgläubig ehren und verehren,
würdigt, die Wunder Gottes zu schauen, das überwesentliche Licht
der Auferstehung Dessen, der uns zu dem neuen Leben führt, zu empfangen,
und zu spüren, wie dieses neue Leben unsere Herzen erfüllt und die
vielen großen Bedrängnisse unseres irdischen Lebens besiegt.
Unerschütterlich gegründet auf den Felsen des Glaubens an den
Herrn und an unsere eigene Auferstehung singen wir gemeinsam mit dem Dichter
des österlichen Hymnus: Heiliges, allehrwürdiges Pas'cha! Wir besingen
sowohl das sichtbare Pas'cha des Festes als auch das mystische Pas'cha, das
sich in der Tiefe unseres Herzens ereignet und unserem Geist das Leben des
auferstandenen Christus und die unentwendbare Freude des ewigen Lebens in
Christus vermittelt.
Unsere Freude darüber, dass wir leiblich und geistlich die Gaben der
Liebe Jesu Christi empfangen, ist allumfassend, und wir wünschen von
ganzem Herzen, dass auch alle diejenigen unter unseren Mitmenschen, die unter
vielfältigen Drangsalen und Beschwernissen leiden, insbesondere die,
die diese Auferstehungsfreude und die Liebe des auferstandenen Christus zu
uns und zu ihnen noch nicht kennen, Teilhaber dieser Freude werden. Denn der
Glaube an die Auferstehung Christi und die Teilhabe an ihr dämpft jeden
Schmerz, schenkt Hoffnung, besiegt die Furcht vor dem Tod und gibt uns Zuversicht
und Freude.
Wir verkennen nicht den menschlichen Schmerz, die Ungerechtigkeit, die
Verfolgungen, die Krankheiten, die Armut, die Entbehrungen. Wir leben nicht
jenseits jener Verfassung, in der sich die ganze Welt befindet. Wir werden
mit Christus gekreuzigt und leiden mit all unseren Mitmenschen, denen Unrecht
und Leid widerfahren. Aber wir wissen auch, dass unser auferstandener Herr,
Jesus Christus, der einzige ist, der alle diese Leiden heilt, weil Er für
uns gelitten hat und gekreuzigt worden ist. Er, der uns den Sieg über
den Tod, die Überwindung der Trauer, die Erwartung der unaussprechlichen
Freude und die untrügliche Verheißung des ewigen Lebens geschenkt.
Das Fest der Auferstehung Christi ist für uns eine Insel der Freude
inmitten des Meeres der Bedrängnisse dieser Welt. Eine Insel, die es
uns erlaubt, uns mit Hoffnung und geistlicher Stärke zu wappnen, um im
Kampf gegen die Fährnisse dieses Lebens siegreich zu bestehen. Aus diesem
Fest schöpfen wir - nach dem Wort des Herrn "Habt Mut, ich habe die
Welt besiegt!" - unseren Mut, denn die Auferstehung ist der größte
Sieg über die Gewalt des Bösen in jener sehr guten Welt, die Gott
in Seiner unfassbaren Güte für uns Menschen geschaffen hat. Die
Auferstehung Christi erinnert uns daran, dass wir durch Seine Gnade die Fähigkeit
und die Verpflichtung haben, jedem Fall in die Sünde, in die Enttäuschung
und in die Verzweiflung auch unsererseits zu widerstehen und auf Ihn und Seine
Kirche zu schauen, um in jeder schwierigen Situation unseres Lebens göttliche
Gnade und Hilfe zu empfangen.
Habt also auch Ihr Mut, geliebte Kinder im Herrn, bewahrt untereinander
Frieden und freut Euch der österlichen Feier, denn die Auferstehung Christi
ist zugleich auch unsere Auferstehung, und der Sieg Christi über das
Böse vermag durch Seine Gnade und unseren Kampf auch unser Sieg über
jegliches Böse, allen Schmerz und alle Trauer zu werden.
Das wünschen wir Euch allen von ganzem Herzen und rufen auf Euch herab
die Gnade, den Frieden und die Kraft Christi, des Auferstandenen. Und wir
laden alle dazu ein, auch an diesem Osterfest jenen Gruß zu erwidern,
mit dem wir den Sieg Christi über alles Böse bestätigen:
Christus ist auferstanden!
Ostern 2002
+ Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel
Euer aller inständiger Fürbitter bei Gott