Dr. ATHANASIOS BASDEKIS
anlässlich seiner Verabschiedung aus der Ökumenischen Centrale
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Σεβασμιώτατε, Eminenz,
Sehr geehrter Herr Professor Urban, lieber Hans Jörg,
liebe Schwestern und Brüder!
Es fällt mir nicht leicht, auf Ihre Abschiedsworte, sehr geehrter Herr Vorsitzender, lieber Herr Bischof Klauber, Eminenz Metropolit Augoustinos, und lieber Hans Jörg zu antworten, weil Sie alle mit Ihren von ökumenischer wie auch persönlicher Verbundenheit und Freundschaft geprägten Worten mich besonders berührt haben. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.
Dies, liebe Schwestern und Brüder, ist meine letzte Mitgliederversammlung der ACK nach fast 31 Jahren Dienst in der Ökumenischen Centrale. Das ist für mich Anlass und tiefes Bedürfnis zugleich, ein dreifaches Gedenken und Danken zum Ausdruck zu bringen.
Zunächst möchte ich meiner Kirche, der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, und den anderen orthodoxen Kirchen, meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Seine Eminenz Metropolit Augoustinos hat 1974, zusammen mit dem unvergesslichen Metropoliten Irinaios, mich als orthodoxen Referenten in der Ökumenischen Centrale vorgeschlagen. Dafür bin ich Ihnen Eminenz sehr dankbar. Sie haben mir dadurch und in den folgenden Jahren bis heute Ihr Vertrauen geschenkt, und ich hoffe, dass Sie es nicht bereut haben, mir dieses Vertrauen geschenkt zu haben. Ich habe alles getan, um die Erwartungen meiner Kirche an mich zu erfüllen.
Selbstverständlich schließe ich in meinem Dank auch die Orientalischen Orthodoxen Kirchen in Deutschland und deren Kirchenleitungen ein. Bei meiner Tätigkeit war ich stets darum bemüht, auch sie und deren Anliegen mit zu vertreten. Schließlich war ich auch deren orthodoxer Referent in der Ökumenischen Centrale, denn wir, die in der Kommission der Orthodoxen Kirche zusammengeschlossenen Autokephalen Orthodoxen Kirchen und die Orientalischen Orthodoxen Kirchen, bilden in der ACK die eine orthodoxe Kirchenfamilie.
Sodann möchte ich all jenen danken, die ich als Kolleginnen und Kollegen in der Ökumenischen Centrale oder als Delegierte der Kirchen in der ACK, kennen gelernt habe. Nicht wenigen von Ihnen fühle ich mich sogar freundschaftlich verbunden. Nennen möchte ich an dieser Stelle und stellvertretend für viele ökumenische Persönlichkeiten die Bischöfe Hans-Heinrich Harms, einen Mann der ersten Stunde der ACK, Paul-Werner Scheele, Hermann Sticher, Heinz Joachim Held und Prälat Walter Seidel aus dem Kreis der ACK-Delegierten. Sodann möchte ich Hans Jörg Urban und Hans-Beat Motel nennen, die meine ersten Kollegen in der Ökumenischen Centrale waren und die mich in ihr, so zu sagen, willkommen geheißen haben. Natürlich danke ich heute insbesondere meine heutigen Kolleginnen und Kollegen in der Ökumenischen Centrale und Ihnen allen, liebe Schwester und Brüder in der Mitgliederversammlung der ACK.
Immer wenn mein Vertrag in der Ökumenischen Centrale verlängert werden musste, wurde ich von vielen gefragt, machst Du noch weiter in der ÖC und in der ACK? Meine Antwort war stets, ja ich mache gerne weiter. Das war ehrlich. Denn ich fand und finde die Arbeit in der ACK und in der ÖC ungemein bereichernd und ich würde, trotz mancher Enttäuschungen oder gar Verletzungen, keinen einzigen Tag meiner Tätigkeit in der ÖC missen wollen. Ich fühle mich, wenn Sie so wollen, privilegiert, in der ACK gearbeitet und den Reichtum der anderen Kirchen aus allernächster Nähe kennen gelernt zu haben. Ich habe ungemein viel gelernt und bin dadurch bereichert worden. Dafür bin ich Gott, meiner Kirche und Ihnen allen sehr dankbar.
Wenn ich nun aus der Ökumenischen Centrale ausscheide, dann denke ich bei diesem Abschied auch an ökumenische Weggenossen, ehemalige Kolleginnen und Kollegen aus der Ökumenischen Centrale und aus der ACK, die nicht mehr leben.
Allen voran denke ich an Hanfried Krüger, der mich als der damalige Geschäftsführer der ACK und Leiter der Ökumenischen Centrale 1975 in dem Kreis der Mitarbeiter der Ökumenischen Centrale begrüßte und der bis zu seinem Ruhestand 1980 und danach bis zu seinem Tode meinen ökumenischen Weg mit Fürsorge und Umsicht begleitet hat.
Ebenso denke ich an seinem Nachfolger und meinem Vorgänger im Amt des Geschäftsführers der ACK und Leiters der Ökumenischen Centrale, des Abtes Laurentius Klein, mit dem mich ebenfalls eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verband.
Aus dem Kreis der verstorbenen ACK-Delegierten denke ich heute stellvertretend für viele ganz besonders an den methodistischen Bischof, Dr. Ernst Sommer, der mich als Vorsitzender der ACK bei meiner Berufung in die Ökumenische Centrale in der Mitgliederversammlung der ACK am 10. März 1975 begrüßte, an Bischof Joseph Brinkhues von der Altkatholischen Kirche und an den Erzbischof von Paderborn, Johannes-Joahim Degenhard.
Überhaupt bin ich der katholischen Kirche in Deutschland besonders dankbar, nicht nur weil sie mein Studium der katholischen Theologie in Münster durch ein Stipendium gefördert, sondern auch weil sie meine Berufung in die Ökumenische Centrale in besonderer Weise unterstützt und durch einen Sonderbeitrag auch finanziell ermöglicht hat.
Natürlich freue ich mich auch, dass ich nun in den Ruhestand gehe. Es wäre unehrlich, das zu leugnen. Ich denke, nach 30 Jahren geregeltem Dienst in der ACK ist es gut, wenn ich mich aus dem aktiven Dienst in der ACK zurückziehe und meiner Familie und mir mehr Zeit für andere Dinge gebe. Darauf freue ich mich sehr.
Mit diesen gemischten Gefühlen, einer gewissen Abschiedswehmut aus der ACK aber auch Freude auf die Zeit danach, sage ich Ihnen allen noch einmal von ganzem Herzen aufrichtig Dank für die gemeinsame Zeit, für die gute Zusammenarbeit und für das mir in all den Jahren entgegengebrachte Vertrauen.
Der ACK, der schwierige Zeiten bevorstehen, wünsche ich, dass sie, bei allen notwendig gewordenen Umstrukturierungsmaßnahmen in finanzieller und personeller Hinsicht, sich behauptet, dass sie ihr Gesicht nicht verliert und nicht in die Bedeutungslosigkeit versinkt. Das hätte sie nicht verdient und das hätte ihre Gründungsväter mit Trauer erfüllt.
Mit diesen Worten und Wünschen für Sie, für Ihre Kirchen und für die ACK lade ich Sie ein, das Glas mit mir zu erheben zum Wohle unser aller, unserer Kirchen und für das Gelingen unserer ökumenischen Bemühungen.
Augsburg, den 19. Oktober 2005