[Zurück zur vorigen Seite]


Präsident ALOIS Glück
Bayerischer Landtag

Grüßwort
beim Festakt aus Anlass des 60. Geburtstags
von Erzpriester Apostolos Malamoussis

(München, 4. Juli 2007)

Eminenzen, Exzellenzen, Herr Landesbischof, Frau Präsidentin, verehrte Festgäste.

Vier wichtige Lebensdaten in einem Jahr, das ist natürlich Anlass [...], diese außergewöhnliche Dichte zu feiern, aber das ist auch ein guter Anlass, ein Menschenleben zu bedenken und Gruß und Dank hinzuzufügen.

Ich tu dies gerne persönlich, aber auch im Namen der bayerischen Volksvertretung, lieber Erzpriester. Vier Gedanken möchte ich dem Gesagten hinzufügen, wobei ich das alles unterstreichen kann. Einmal herzlichen Dank für Ihr persönliches Lebenszeugnis, für den Menschen, der sensibel ist für Menschen, der auf Menschen zugeht, der eine außergewöhnliche Fähigkeit und Bereitschaft hat, Gemeinschaft zu stiften. Gemeinschaft zu stiften in der eigenen Gemeinde im Kreis der Gläubigen, aber eben auch darüber hinaus, und das ist ein Zeugnis von Menschlichkeit, von Aufmerksamkeit für Mitmenschen. Es ist natürlich auch ein Zeugnis gelebten Glaubens, und dafür dürfen alle dankbar sein, auch solche, die einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören oder zu keiner der Religionen persönlichen Zugang finden. Auch für diese Menschen ist es wichtig, solche Repräsentanten der Religionen einer Glaubensgemeinschaft zu erleben. Dafür haben wir Ihnen zu danken.

[...] Es ist etwas, was die Menschen insgesamt sehen. Vater Apostolos, Sie haben eine besondere Fähigkeit, ja die Menschen könnten annehmen, Menschenfischer zu sein. Vom Brückenbauer war ja erneut die Rede, eben Menschen zusammen zu führen und in der Sprache der heutigen Zeit möchte man sagen, er ist auch ein hochbegabter Netzwerker. Aber Netzwerk nicht nur im Sinne von Nützlichkeit für die eigenen Anliegen, sondern im Sinne des Menschen Zusammenzuführens.

Und ein Zweites: [...] Integration, der Griechen, der griechischen Gemeinden geben ein lebendiges Beispiel. Es ist auch in dem Sinne beispielhaft, dass es das selbstverständliche und selbstbewusste Leben der eigenen Kultur ist, aber gleichzeitig sich Einlassen in die Kultur dieses Landes. Und beides ist gleichermaßen wichtig, weil Integration mittlerweile, so sagen viele, die oder eine der großen Aufgaben der nächsten Jahrzehnte ist. Man sieht ja jetzt bei der gemeinsamen Geschichte, vielleicht ein Stück leichter ist so aufeinander zuzugehen wie für Menschen und Mitmenschen aus ganz anderen Kulturkreisen und unterschiedlichen kulturellen Prägungen und anderen Wertvorstellungen, aber es ist gleichermaßen richtig und notwendig, dies in ähnlicher Weise zu versuchen. Und wir haben ihm sehr zu danken, das ist ja nicht nur im Interesse Ihrer Landsleute. Es ist in unserem gemeinsamen Interesse. Es ist wichtig für unser Gemeinwesen und für unseren Staat. Aber vielleicht, und das ist ein reger Gedanke, ist unser Verhalten ein bisschen einseitig. Das ist mir beim Nachdenken darüber bewusst geworden, weil, wir sind dankbar, dass Sie so auf uns zugehen, und das gilt natürlich jetzt für Sie Alle, die sie in dieser Kultur sind und aus dieser Kultur kommen. Aber eigentlich müssten wir uns selbst ja auch fragen, wie weit machen wir uns mit der Kultur, dem Denken der Anderen, der Menschen aus anderen Kultur kreisen und ihrem Denken, ihrem Fühlen vertraut? Und das ist sicher ein Kapitel, ein Aspekt der großen Aufgabe „Integration“, der wir uns noch stärker stellen müssen, weil Integration auf Dauer nicht gelingen wird, wenn es nur eine einseitige Erwartung ist. Der Anpassung der Anderen an uns und das Einlassen auf die Anderen und sie auch immer wieder ein Stück verändern, aber es hilft uns vor allen Dingen auch, und dazu zwingen uns sicher nur Menschen aus anderen Kulturkreisen mit anderen Wertvorstellungen, zu reflektieren, was uns wichtig ist, was für uns unverzichtbar ist.

Und ein letzter Gedanke, […]. Ich meine, Sie haben sehr zurecht beim [...] um die weitere Existenz des Lehrstuhls und der Theologie an der Universität, immer wieder darauf hingewiesen, dass er gerade das erweiterte [...] macht, indem ein großer Kulturbereich in die Europäische Union hineinkommt, der von der Orthodoxie geprägt ist.

Sie sehen, dass es besonders wichtig ist, dass wir auch mehr Verständnis und Zugang finden durch die Präsenz etwa der Theologie und der Forschung in unseren Bereichen. Das ist für Europa eine große Bereicherung, aber es wird aufs Ganze nur gelingen, dass die beiden Lungenflügel atmen, wenn wir auch hier uns auf das andere einlassen. Menschen wie Sie erleichtern dieses, weil sie auf uns zugehen, weil sie uns nicht vereinnahmen wollen, weil sie dadurch auch ein glaubwürdiges Zeugnis geben. Dafür Ihnen herzlichen Dank. Ihrer Familie ganz herzlichen Dank, weil sie die Sache so mitgeprägt hat, und wie wir gehört haben insbesondere Ihre Gattin, die ja auch das Gemeindeleben in dieser Weise mitprägt und hilft. Ein bayerisches „Vergelt’s Gott“. Ich denke, Sie haben gerade auch zu dieser Formulierung Zugang. Weiterhin Gottes Segen und alles Gute für die weitere Zukunft.

 

Text ins Schriftliche übertragen von Tonbandaufnahme. In Klammern gesetzte ausgelassene Stellen sind nicht gut zu hören.


[Zurück zum Seitenanfang]

[Zurück zur vorigen Seite]