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Staatsminister Dr. Thomas Goppel
Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Grüßwort
beim Festakt aus Anlass des 60. Geburtstags
von Erzpriester Apostolos Malamoussis

(München, 4. Juli 2007)

Zur Kultur und den Menschen Griechenlands pflegen wir Bayern seit Jahrhunderten eine besonders innige Beziehung:
Der Münchner Königsplatz legt ein eindrucksvolles Zeugnis davon ab.
Unsere Opern führen wir in einem griechischen Musentempel auf.
Und auch unsere klügsten Köpfe reihen sich in der Walhalla zwischen dorischen Säulen aneinander.

Eine lange Tradition hat auch die griechisch-orthodoxe Kirche in München. König Ludwig I., der nach seinen eigenen Versen lieber „ein hellenischer Bürger als ein Erbe des Throns“ sein wollte, unterstützte die griechisch-orthodoxe Gemeinde nach Kräften: Im Jahr 1828 verfügte der König die Überlassung der St. Salvatorkirche für den griechischen Kultus.

Seit nunmehr über zehn Jahren hat sich daneben die Allerheiligenkirche hier in Schwabing zu einem religiösen und kul­turellen Zentrum orthodoxen Lebens in München entwickelt.

Textfeld: Drei Jubiläen

Einen ganz wesentlichen Anteil daran hat der Pfarrer der Gemeinde – Sie, sehr verehrter Herr Erzpriester Malamoussis,. Das Jahr 2007 ist für Sie ein ganz besonderes, das gleich drei Jubiläen bringt:
Am 25. Juni haben Sie Ihr 60. Lebensjahr vollendet.
Am 31. Dezember wird es 35 Jahre her sein, dass Sie zum Priester geweiht wurden.
Und seit 25 Jahren leisten Sie Ihren Dienst als Gemeindepfarrer in München.

Auch im Namen von Herrn Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, der heute leider nicht kommen konnte, überbringe ich Ihnen unsere besten Grüße und alle guten Wünsche. Dabei hoffe ich auf noch möglichst viele gemeinsame Jahre, die Sie uns hier in München erhalten bleiben.

Wie kaum ein anderer haben Sie mit Ihrem offenen Herzen und Ihrem unermüdlichen Engagement wesentlich zum Dialog zwischen unseren Glaubensrichtungen bei getragen. Sie haben uns die griechisch-orthodoxen Riten und Tra­ditionen nahe gebracht. Darüber hinaus sind Sie aber auch ein wichtiger Botschafter griechischer Kultur. Ihrer Offenheit haben wir es zu verdanken, dass wir immer wieder an vielfältigen Ver­anstaltungen, Feierlichkeiten und Festen teilhaben dürfen. Der freundschaftliche Austausch mit der römisch-katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirchen­gemeinde hier in der  Alten Heide ist bei­spielhaft: Die gegenseitige Teilnahme an Wortgottesdiensten und Gemeindefesten hat bereits Tradition. Der orthodoxe Ritus am Dreikönigsfest, die Karfreitagsprozession zum Rathaus, das Grillen der Lämmer auf dem Königsplatz – all das hat mittlerweile einen festen Platz im Münchener Jahreslauf. Mit welchem persönlichem Einsatz und Elan Sie dabei tätig sind, ist bewundernswert. Damit sind Sie zu einem großen Brückenbauer zwischen Griechenland und Bayern geworden. Sie verbinden Religionen und Kulturen – vor allem aber Menschen!

In den 50er und 60er Jahren nahm die Zahl der griechisch-orthodoxen Mitbürger, insbesondere durch die Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer im Gefolge des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, beträchtlich zu. Mittlerweile zählt die griechisch-orthodoxe Kirche mehrere Hunderttausend Gläubige bundesweit. Sie ist damit die drittgrößte christliche Kirche in der Bundesrepublik. Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland leistet einen nicht hoch ge­nug zu würdigenden Beitrag zur Integration. Gerade auch Ihnen, sehr verehrter Herr Erzpriester, ist das lebendige und freundschaftliche Miteinander von Griechen und Deutschen zu verdanken. Seiner Eminenz Herrn Metropolit Augoustinos sind wir außerordentlich dankbar, dass er einen so tüchtigen Seel­sorger als Pfarrer und bischöflichen Vikar für Bayern ausgewählt hat.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch die Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie, die seit 1996 an der Ludwig-Maximilians-Universität be­steht. In den vergangenen Jahren ist manche Diskussion über deren Fortbestand geführt worden. Es freut mich sehr, dass im engen und konstruktiven Zusammenwirken aller Beteiligten jetzt eine Lösung gefunden werden konnte, die das weitere Bestehen der deutschlandweit einzigartigen Einrichtung sichert. Über die Ausbildung von Studierenden hinaus spielt sie eine wichtige Rolle für die Ortho­doxie in der gesamten Bundesrepublik und verankert eine Kultur bei uns, die eine große Bereicherung darstellt. Eine enge Verzahnung mit katholischer und evangelischer Theologie entspricht den zahlreichen Gemeinsamkeiten und liegt ganz im Interesse des Dialogs, für den sich der heutige Jubilar so engagiert einsetzt.

So wünsche ich Ihnen, sehr verehrter Herr Erzpriester, für Ihr weiteres Wirken auch in Zukunft unermüdliche Tatkraft, frohen Mut und Gottes reichen Segen.


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