ioannis liebich
1. Fastensonntag, Sonntag der Orthodoxie
In Erinnerung an das 7. Ökumenische Konzil von Nikäa (787
n. Chr.) wird der erste Fastensonntag vor Ostern in der orthodoxen Kirche
als Sonntag der Orthodoxie gefeiert. Das Konzil bestätigte
die Ikonenverehrung und ihrer Wiederherstellung als recht und würdig.
Denn die Menschwerdung Gottes wurde durch Ikonenfeinde in Frage gestellt.
Jesus Christus als "wahrer Gott und wahrer Mensch" darf jedoch
abgebildet werden, und "die dem Abbild erwiesene Ehre geht auf das
Urbild über". Deshalb wird dieses Ereignis seit 843 n. Chr.
mit Recht als Gedenktag gefeiert.
2. Fastensonntag, Hl. Gregorios Palamas
An diesem Tag feiern wir das Gedächtnis des Hl. Gregorios Palamas, des großen Kirchenlehrers, der von 1296 bis 1359 lebte und Erzbischof von Thessaloniki war.
Als Athosmönch war er Verfechter des Hesychasmus (griech. hesychia, Ruhe). Für die Hesychasten, die das Herzensgebet pflegten, waren Weltflucht, Schweigen und Überwinden menschlicher Leidenschaften Voraussetzungen für die Erlangung innerer Ruhe, in deren Folge man begnadet war, das unerschaffene göttliche Licht zu sehen, das Christus auf dem Berg Tabor umstrahlte.
Nach seiner Lehre vom Taborlicht wird Fasten als ein Weg zu innerer Erleuchtung dargelegt:
„Den in der Finsternis der Sünden wandelnden ließest
du aufgehen,
Christus, ein Licht in der Zeit der Enthaltung.“
3. Fastensonntag, Sonntag der Kreuzverehrung
Verherrlicht wird das Kreuz und die geistlichen Früchte von Christi Kreuztod. Dadurch sollen die Gläubigen gestärkt werden, damit sie nicht nachlassen, den Weg der Buße zu Ende zu gehen.
Unsere Hilfe bist Du, hochgeheiligtes Kreuz.
Nachdem wir an Deiner
Frucht Anteil erlangten,
haben wir das einstige Paradies der Unsterblichkeit
gefunden
und uns das gewisse und große Erbarmen erworben.
Christus,
unser Gott, freiwillig hast Du
die Kreuzigung auf dich genommen,
damit
insgesamt auferstehe der Menschen Geschlecht.
4. Fastensonntag, Hl. Johannes Klimakos
An diesem Sonntag feiern wir das Gedächtnis des Hl. Johannes Klimakos. Seinen Beinamen „Klimakos“ erhielt er durch sein als „Himmelsleiter“bekanntes Werk. Darin beschreibt er in dreißig Kapiteln bzw Stufen (deren Anzahl an Jesu Erdenjahren erinnern sollen), die für einen Mönch gefährlichen Laster (Kap. 1-23) und die ihn auszeichnenden Tugenden (Kap. 24-30).
Woher Johannes Klimakos stammte und wann er geboren wurde, ist nicht genau bekannt. Es wird alber angenommen, daß er aus Palästina kam und etwa um das Jahr 525 geboren wurde.
Mit 16 Jahren trat er in ein alexandrinisches Kloster ein und wurde einige Jahre später zum Mönch geweiht.
Vom Klosterleben zog es ihn jedoch hinaus in die Einsamkeit einer Klause, in der er vierzig Jahren seines Mönchslebens verbrachte und dort die asketische Erfahrung erlangte, die ihn befähigte, die „Himmelsleiter“ zu schreiben.
Nach einer weiteren Zeit im Kloster auf dem Berg Sinai, wo er etwa
um das Jahr 580 Abt wurde, zog es ihn nochmal in die Einsamkeit zurück
mit den Worten:
„Paulus hätte nie göttliche und geheime Worte vernehmen
können,
wäre er nicht ins Paradies wie in eine Einsiedelei entrückt
worden.“
5. Fastensonntag, Heilige Maria von Ägypten
Dieser Fastensonntag leitet bereits die Woche vor Palmsonntag und damit das Ende des Großen Fastens ein:
Die sechste Woche der heiligen Fasten laßt froh uns beginnen
und vor dem Fest der Palmen Hymnen darbringen dem Herrn,
der in Herrlichkeit, in der Gottheit Macht,
nach Jerusalem kommt zu töten den Tod.
Am Freitag dieser sechsten Fastenwoche endet die Große Fastenzeit mit der Bitte: