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ERZPRIESTER CONSTANTIN MIRON

+ Archimandrit Pankratios Brousalis
Ein Nachruf

Die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland betrauert den Tod von Archimandrit Pankratios Brousalis, der am 20. August 2000 im Alter von  69 Jahren in Athen verstorben ist. Vater Pankratios war neben seiner Tätigkeit als Prediger der  Erzdiözese Athen seit fast zwei Jahrzehnten als Urlaubsvertretung in den Kirchengemeinden Dortmund und Herten tätig.

Aber auch für andere Gemeinden wie Duisburg und - seit vielen Jahren in Brühl - Wesseling - Euskirchen - pflegte er für die Gottesdienste der Großen und Heiligen Woche und des Osterfestes nach Deutschland zu kommen. Deshalb war Vater Pankratios einem großen Kreis von Gläubigen als Beichtvater bekannt. Hunderte von orthodoxen Christen unseres Landes haben ihn als geistlichen Vater kennen und schätzen gelernt. Ausgestattet mit einem phänomenalen Gedächtnis, das sich in einer ständigen betenden Zuwendung zu jedem einzelnen seiner Beichtkinder äußerte, wurde er zu einem "Staretz", wie aus der russischen Frömmigkeitstradition bekannt. Nicht willenlose Unterwerfung unter die Weisungen des Beichtvaters war dabei sein Ziel für die Beichtkinder, sondern verantwortete Eigeninitiative im geistlichen Wachsen. Dabei war das Wirken von Vater Pankratios nicht auf Griechenland und Deutschland beschränkt; jahrelang pflegte er seinem Jugendfreund Sotirios Trampas, der inzwischen orthodoxer Bischof in Korea ist, beim Aufbau der dortigen orthodoxen Mission zu helfen. Ja, sogar in Hongkong und Tokyo hat er Gottesdienste gefeiert.

Einem weiten Publikum wurde Vater Pankratios Brousalis auch durch seine kommentierten Übersetzungen der Werke des Kirchenvaters Gregor von Nyssa ins Neugriechische bekannt. Was 1977 mit der Übersetzung der Schrift "Über den Namen der Christen" begann, weitete sich zu einer über 20 Bände umfassenden Edition aus, die den heute vielfach nicht gelesenen Kirchenvater einem weiten Publikum bekannt machte.

So war es nur folgerichtig, daß die Akademie von Athen ihn für diese Übersetzertätigkeit belobigte.  Und eine späte nerkennung seines Wirkens war auch, daß der von der akademischen Theologie stets kritisch beäugte "Privatgelehrte" Brousalis gebeten wurde, beim für den Herbst 2000 in Griechenland geplanten Kongress über den Hl. Gregor von Nyssa ein Referat zu halten.

Vater Pankratios selbst verstand seine Kommentare, welche die Übersetzung in die heute gesprochene Volkssprache egleiteten, lediglich als Hilfestellung bei der eigentlichen Lektüre. So schrieb er einmal: "Wenn meine Anmerkungen auch nur einem meiner Leser den Zugang zum heiligen Gregor erleichtert haben, hat sich das Wagnis gelohnt." Dabei waren diese Kommentare stets fundiert und - verständlicherweise - von einer minutiösen Kenntnis des Gesamtwerks des kappadokischen Kirchenvaters geprägt.

Viele dieser Anmerkungen wurden deshalb zur Grundlage eigenständiger Monographien etwa zu heutigen Fragen der ozialethik. Besonders erwähnt sei hier ein Werk über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das einerseits aus dem Fundus des Gregor von Nyssa schöpft, andererseits aber hoch aktuelle Fragen unserer Zeit beantwortet.

Erstaunlich erscheint beim Rückblick auf über vier Jahrzehnte priesterlichen Dienstes, daß Vater Pankratios niemals emeindepfarrer war. Vor der bereits erwähnten Tätigkeit als Prediger im Erzbistum Athen war er zunächst als Militärpfarrer auf der Insel Lesbos und später nebenamtlich auch als Schulpfarrer an mehreren Athener Schulen tätig. Auch einem Nonnenkloster in Kimi leistete er geistlichen Beistand. Hier sollte er auch am 20.August 2000 seinen letzten Gottesdienst feiern. Nach dieser Göttlichen Liturgie kehrte er in seine Zelle im Kloster Petraki zurück, wo er friedlich entschlief.

Am nächsten Tag wurde er vom Erzbischof von Athen Christodoulos und einer großen Schar geistlicher Kinder aus dem In- und Ausland zu Grabe geleitet. Seine letzte Ruhestätte fand er im Kloster des heiligen Panteleimon im Penteli-Massiv, einem Filialkloster (Metochion) des Klosters Petraki.


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