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ERZPRIESTER SOKRATIS NTALLIS

Ansprache
anlässlich der
Verleihung
des "Rheinlandtalers"

(Bonn, 29. September 2001)

Eminenz,
Exzellenz Frau Generalkonsulin der Republik Griechenlands in Köln,
Exzellenz Herr Honorarkonsul der Republik Zyperns in Bonn,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Sehr geehrte Frau Beck, Stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland,
sehr geehrte Damen und Herren,

Als ich vor fast vierzig Jahren in Deutschland ankam, wusste ich, dass der Begriff Europa von der griechischen Mythologie stammt, und ich kam aus Europa nach Europa, nach Deutschland. Bis vor kurzer Zeit wusste ich aber nicht, dass die Medusa, - auch in der griechisch-römischen Mythologie zu finden-, in der Kultur des Rheinlandes eine wichtige Rolle spielt. Ich konnte überhaupt nicht ahnen, dass meine Person mit der Medusa in eine solche ehrenvolle Beziehung kommen könnte, und zwar durch die Verleihung des „Rheinlandtalers“ vom Landschaftsverband Rheinland.

Meine Damen und Herren,

als ich nach Deutschland kam, war es mir bewusst, dass ich in diesem Land arbeiten würde, mit den Menschen hier gesellschaftlich und religiös leben müsste und im Dialog sein sollte, ihre Kultur respektieren und womöglich auch selbst meinen Beitrag dazu leisten soll. Es ist mir weithin gelungen, diese Ziele zu erreichen.

Nicht aber durch eigene Kräfte. Es ist mir gelungen durch die Hilfe und den Segen Seiner Eminenz des Metropoliten Augoustinos von Deutschland und Exarchen von Zentraleuropa, durch die Hilfe und Beistand der Mitglieder meiner Kirchengemeinde in Bonn, das Kunstwerk der Ausmalung der griechisch-orthodoxen Kirche Agia Trias zu Bonn  durch den Ikonenmaler aus Thessaloniki, Griechenland, Herrn Christophanis Voutsinas, anzufangen und zu vollenden. Es ist ein Kunstwerk, das nicht nur den religiösen Aufgaben der orthodoxen Gläubigen, sondern auch den römisch-katholischen und evangelischen Gläubigen im Rahmen des ökumenischen Dialogs dient und dienen wird.

Einstmals war Medusa, wenn auch durch Aberglaube, ein Symbol für die Abwehr von Gefahren. Kirche und Ikonenmalerei in Bonn-Beuel sind nicht nur ein Symbol des Glaubens, sondern ein Mittel und ein Weg von der Erde zu Himmel. Ein Raum, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft und Glaubensrichtungen in eine geistliche Dimension sich treffen.

Ich nehme diese Auszeichnung dankbar an, zunächst im Namen meiner Kirche, der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, in derer Dienst ich die Ehre habe zu sein, und aller Mitchristen, Schwestern und Brüdern, die an diesem kulturellen Beitrag in der Bundesstadt Bonn, in ihre Umgebung und im Rheinland mitgewirkt haben.

Ich möchte dem Kulturausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland für diese Entscheidung meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ich danke dem Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland, Herrn Udo Molsberger.  (Dr. Jürgen  Wilhelm) Ich danke dem damaligen Kultur- und Umweltdezernenten, Herrn Dr. Gert Schönfeld. Ich danke dem Direktor des Amtes für Rheinische Landeskunde Bonn, Herrn Dr. Fritz Langensiepen. Ich danke Ihnen allen. 

Erzpriester Sokratis Ntallis


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