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Neujahrsbotschaft 2026 des Metropoliten von Deutschland und Exarchen von Zentraleuropa Augoustinos

  • 30. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

„Siehe, ich mache alles neu“

(Offb. 21,5)

 

Liebe orthodoxe Christen in Deutschland,

 

das alte Jahr ist vergangen. Seine Freuden und Leiden, seine Erfolge und Misserfolge sind nun endgültig im Buch unseres Lebens verzeichnet und bleiben so im Gedächtnis Gottes bewahrt. Und jetzt, da wir an der Schwelle des neuen Jahres stehen, stellen wir fest, dass die nun kommenden Seiten dieses Buches weiß sind – wie unberührter Schnee.

 

Es ist reizvoll, Neujahr als Anlass für Versprechen, Vorsätze und Listen jener Dinge zu betrachten, von denen wir hoffen, dass sie genau diese kommenden Seiten unseres Lebensbuches im neuen Jahr füllen werden. Doch bevor wir allzu schnell die friedliche Ruhe dieses Tages mit unseren eigenen Plänen füllen, sollten wir hören, was Gott uns in der Stille sagt. Ich nenne und übermittle euch in väterlicher Liebe folgende drei Gedanken dazu.

 

Erstens: Gott hört niemals auf, Schöpfer zu sein. Die gleiche Stimme, die sprach „Es werde Licht“, spricht auch heute: „Siehe, ich mache alles neu.“ Er macht nicht nur manches neu, nicht nur das Leichte, sondern alles! Das müde gewordene Herz. Die zerbrochene Beziehung. Den Traum, der aufgeschoben wurde. Den Plan, der gescheitert ist. Den Glauben, der wie eine Flamme im Wind flackert. In den Händen Gottes erhält alles neuen Sinn, wird alles erneuert und gerettet.

 

Der zweite Gedanke ist: Das Neue bedeutet nicht das Auslöschen des Alten. Die Zeit, die wir hinter uns haben, ist wichtig. Jeder Schritt, sogar das Stolpern, hat uns an den Punkt geführt, an dem wir jetzt stehen. Gott verwirft die Vergangenheit nicht; Εr wandelt und erlöst sie. Er, der nach der Speisung der Fünftausend befahl, die übrigen Brotstücke einzusammeln, sammelt weiterhin selbst die Bruchstücke unseres Lebens, damit nichts unerlöst oder unverziehen verloren geht.

 

Und der dritte Gedanke ist: Das Werk der Erneuerung beginnt sanft und leise. Das Reich Gottes gleicht einem Senfkorn – klein an Gestalt, aber voller großer Kraft. Gottes neue Schöpfung beginnt also nicht mit einem lauten Countdown oder dem Lärm imposanter Feuerwerke, sondern in jenem friedlichen Mut, der sich jedes Mal zeigt, wenn wir vergeben, wenn wir solidarisch zueinanderstehen, wenn wir in scheinbaren Ausweglosigkeiten einen neuen Anfang erkennen und setzen. Ein einziges Gebet, leise, aber gläubig geflüstert, kann die gesamte Landschaft unseres Lebens verwandeln.

 

So wollen wir, wenn wir ins neue Jahr schreiten, weder verwirrt noch furchtsam sein. Vertrauen wir zutiefst der Gnade Gottes. Vertrauen wir dem unauslöschlichen Siegel des Heiligen Geistes, das wir empfangen haben, und den Möglichkeiten, die es für uns bedeutet – einer Fülle wunderbarer Gaben, die wir wirksam werden lassen können, wenn wir das Licht Gottes in uns und um uns leuchten lassen.

 

Treten wir also ins Jahr 2026 nicht voller Angst ein, sondern im Vertrauen darauf, dass der Herr alles neu macht – und alles wohlgeordnet!

 

In diesem Sinne: Ein gesegnetes Neues Jahr!

 

 

Bonn, am 1. Januar 2026

 

Euer Metropolit

 

+ Augoustinos von Deutschland

 

 
 
 

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