Osterbotschaft 2021des Metropoliten Augoustinos von Deutschland

Liebe orthodoxe Christen in Deutschland!

Unser Weg nach Ostern neigt sich seiner Vollendung zu. In Kürze feiern wir die Auferstehung unseres Herrn. Im vergangenen Jahr fanden an diesen heiligen Tagen unsere Gottesdienste ohne die erforderliche Anwesenheit der Gläubigen statt. In diesem Jahr sind unsere Kirchen zwar geöffnet, aber die notwendigen Maßnahmen, die seitens der Behörden zur Eindämmung der Pandemie beschlossen wurden, schränken uns stark ein. Trotzdem haben wir alle, und hier sind an erster Stelle unsere Geistlichen zu nennen, in der gesamten Großen Woche, unserer Karwoche, jede mögliche Anstrengung unternommen, dass möglichst viele Gläubige an den Gottesdiensten teilnehmen konnten. Und obwohl die äußeren Bedingungen es nicht zulassen, dass unsere Freude vollkommen ist, sind wir doch zum Gebet versammelt, um uns an der Schönheit unseres Glaubens zu erfreuen.


Unsere Teilhabe an der Auferstehungsfreude macht offenbar, dass wir an den Gott der Liebe glauben, der sich selbst geopfert hat durch das Opfer seines einziggeborenen Sohnes, damit die Welt Leben habe. Christus schreitet zum Kreuz, zu seinem Leiden und zum Tod. So kennt der Gott, der für uns Mensch geworden ist, den menschlichen Schmerz, die Verzweiflung und die Angst, und ist gleichzeitig der Einzige, der all dem einen Sinn gibt. Er ist der Einzige, der den Menschen von der Herrschaft dieser Nöte befreien kann. Keiner von uns, keiner von denen, die an Christus glauben, wird verloren gehen. Der Glaube und die Hoffnung sind die einzigen Möglichkeiten, die Selbstsucht und die Gier, die Hoffnungslosigkeit und die Angst zu überwinden.

Nur der Glaube und die Hoffnung befähigen uns nämlich, jene Kraft zu erlangen, unsere Freunde und unsere Feinde zu lieben und das Reich Gottes auf diese Weise bereits jetzt sichtbar werden zu lassen. Wie ein bedeutender orthodoxer Theologe feststellt, „haben die Christen an erster Stelle die Aufgabe, die große Osterfreude zu verkünden. Sie haben sie zu verkünden und durch die Schönheit der Liturgie und das Zeugnis der Heiligen leuchten zu lassen. Wir sind aufgerufen, die Kraft der Auferstehung in der Geschichte auszubreiten, die Rückkehr Christi und aller Dinge zu Christus vorzubereiten.“


Denn Christus ist der Sieger über den Tod und diese Wahrheit stellt die wahre Kraft des Christentums dar. Allein dieser Glaube kann jeden von uns radikal verändern. Und wenn wir uns verändern, dann beginnt sich auch die Welt zu verändern, dann wird eine Kultur entstehen und aufblühen, die der menschlichen Würde entspricht.




So rufe ich euch in diesem Jahr alle dazu auf, uns und allen um uns die große Auferstehungsfreude zu verkünden: Das letzte Wort haben nicht die Dunkelheit der Hölle und der Tod, sondern das Licht des Reiches Gottes und das Leben, das uns freigiebig jener schenkt, der durch seinen Tod den Tod zertreten hat, der auferstandene Christus. Er ist unser Leben und unsere Auferstehung!



Christus ist auferstanden!


Euer Metropolit

† Augoustinos von Deutschland