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Weihnachtsbotschaft 2022

  • Autorenbild: Administrator
    Administrator
  • 21. Dez. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Weihnachtsbotschaft 2022

des Metropoliten Augoustinos von Deutschland,

Exarchen von Zentraleuropa


* * *


Liebe orthodoxe Christen in Deutschland,


die Geburt unseres Herrn Jesus Christus erleben wir auch dieses Jahr in aller Einfachheit, ja geradezu lautlos in einer äußerst lauten Umgebung.

Wir alle spüren, dass wir in einer Welt voller Herausforderungen leben, die häufig schwierig, manchmal sogar voller Gefahren sind. Unsere Welt verändert sich immer schneller, sie ist vielschichtig und häufig voller Widersprüche. Denn neben vielen Bedrohungen begegnen uns auch Chancen. Wie oft beherrschen uns dennoch Angst und Unsicherheit!


In dieser Situation sind wir alle aufgefordert

- uns daran zu erinnern, dass die Liebe nicht eine abstrakte Idee ist, sondern das Antlitz eben jenes Kindes, das heute geboren wird,

- uns daran zu erinnern, dass es einzig und allein Christus ist, der die Angst vertreibt[1] und sanftmütig den wahren Frieden[2] bringt,

- uns daran zu erinnern, dass unser Glaube an den Sohn der Jungfrau und das Vertrauen auf ihn uns die Kraft schenken können, die Herausfordeungen unserer Zeit zu meistern, und die Weisheit, dies nicht ein jeder für sich, sondern gemeinsam mit unseren Glaubensgeschwistern als unverbrüchliche Glieder des Leibes Christi, Seiner Kirche, zu tun,

- uns daran zu erinnern, dass die gleichen Prinzipien und Werte für uns alle gelten, denen die schönste und freudigste Botschaft, die je auf Erden zu hören war, nämlich das Evangelium Jesu Christi, zugrundeliegt,

- uns daran zu erinnern, dass uns dasselbe Ziel verbindet, nämlich dorthin zu gelangen, wo es keinen Schmerz und keine Ungerechtigkeit, kein Seufzen und kein Blutvergießen der Unschuldigen gibt, nämlich zum Reich Gottes.


Mein väterlicher Wunsch am diesjährigen Weihnachtsfest ist, dass wir, nachdem wir uns an unsere christliche Identität erinnert haben, auch den nächsten Schritt wagen: diesem Prozess der Erinnerung Taten folgen zu lassen. Und dies geschieht nur dann, wenn wir an jedem Tag unseres Lebens das Kind von Bethlehem in den Gesichtern unserer Geschwister entdecken und die Gaben Gottes, also die Liebe und die Freude, den Frieden und die Güte, die Langmut und die Vergebung, die Gerechtigkeit und die Wahrheit erwidern und weitergeben.[3]


Ein gesegnetes Weihnachtsfest!



Βonn, 25. Dezember 2022


Euer Metropolit

+ Augoustinos von Deutschland



[1] Vgl. 1 Joh 4,18 [2] Siehe etwa Lk 1,79 und Joh 14,27 [3] Vgl. Gal 5,22 und Eph 5,9.

 
 
 

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